PFAS vergiften Europas Gewässer und Fische

Ein aktueller Bericht des Europäischen Umweltbüros (EEB) zeigt, dass Wildfische in ganz Europa in großem Ausmaß mit Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) belastet sind. Besonders die Substanz Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) überschreitet in vielen Proben die vorgeschlagenen neuen EU-Grenzwerte deutlich. PFAS gelten als persistent, gesundheitsschädlich und stellen eine wachsende Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Dennoch wollen die Mitgliedstaaten Maßnahmen gegen diese Chemikalien bis 2039 hinausschieben.

Die Auswertung von Daten aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und Schweden macht das Ausmaß deutlich: Ein erheblicher Teil der Fischproben enthält extrem hohe Mengen an PFOS, in manchen Fällen bis zum 10.000-fachen des vorgeschlagenen Grenzwerts. Besonders betroffen sind Schweden, Frankreich, Österreich und Spanien. Und dies betrifft nur eine von tausenden PFAS-Verbindungen – die tatsächliche Belastung dürfte also noch weit größer sein.

Das Problem wird zusätzlich verschärft, weil die derzeitigen EU-Vorschriften nur auf einer veralteten Liste von Schadstoffen aus dem Jahr 2013 basieren. Nur PFOS wird überhaupt überwacht, andere PFAS bleiben unberücksichtigt. Ein Vorschlag der EU-Kommission, die Wasserverschmutzungsgesetze zu modernisieren und eine breitere Gruppe von Chemikalien zu regulieren, wurde wiederholt verschleppt – und droht nun erst 2039 in Kraft zu treten.

Umweltorganisationen fordern daher rasches Handeln. „Wir brauchen strenge Vorschriften und politischen Willen, um die Anreicherung von PFAS in unserer Umwelt zu stoppen“, so Kildine Le Proux de La Rivière von Générations Futures. Die Chemikalien reichern sich in Wasser, Boden und Nahrungskette an und erhöhen unter anderem das Risiko für Krebs und Leberschäden. Auch andere PFAS wie TFA seien bereits in relevanten Mengen vorhanden und müssten dringend begrenzt werden.

EEB Presseaussendung, 09.09.2025