Pflanzenschutzmittel: Tödliche Gefahr für Frösche und Kröten

Chemie & Nanotechnologie, Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz, Natur & Biodiversität

Amphibien sind die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere, und auch in Deutschland steht mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, berichtet der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die Ergebnisse einer Studie im Auftrag des deutschen Umweltbundesamtes (UBA) deuten jetzt darauf hin, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft mitverantwortlich für den Rückgang der Amphibien ist. „In Versuchen führten Pflanzenschutzmittel bei Grasfröschen schon in anwendungsüblichen Mengen zum Tod vieler Tiere“, berichtet der NABU.

Bei Vögeln und Säugetieren gibt es seit längerer Zeit die Diskussion, ob Pestizide über die Haut aufgenommen werden und wie groß die dadurch bedingte Gefahr ist. Die feuchte Haut von Amphibien absorbiert Stoffe in noch viel größeren Mengen, da sie im direkten Kontakt mit der Umwelt steht. Daher sei die Gefahr der „dermalen Exposition“ hoch.

„Amphibien nutzen landwirtschaftliche Flächen als Lebensraum und überqueren sie auf ihren Wanderungen zu den Laichgewässern“, sagt UBA-Präsident Jochen Flasbarth. „Die Studie zeigt Handlungsbedarf auf. Das Umweltbundesamt hält es für erforderlich, den Schutz der Amphibien in der Produktzulassung, aber auch in der landwirtschaftlichen Praxis stärker zu berücksichtigen.“


NABU Pressemitteilung