Polizei-Großeinsatz im Hambacher Forst
6. Sept 18
Am Mittwoch hat der Energiekonzern RWE mit dem Versuch begonnen, die Besetzung des Hambacher Forsts durch KlimaaktivistInnen zu beenden. Die ArbeiterInnen von RWE wurden dabei von hunderten PolizistInnen begleitet. Am Donnerstag wurden erste Bäume gerodet, die AktivistInnen riefen „Tag X“ und damit Widerstandsaktionen gegen die Rodung des Waldes aus.
Während RWE angab, vor allem "Abfall, Müll und Sperrmüll" vom Waldboden zu entfernen, wurden Anfang der Woche große Teile der Infrastruktur und von Vorräten der WaldbesetzerInnen entwendet. Der Energiekonzern will den Großteil des Walds roden, um den Tagebau Hambach zu vergrößern. Vor sechs Jahren haben sich Kohlegegner in den Baumkronen einquartiert, um ebendas zu verhindern. Mittlerweile gibt es etwa 50 Baumhäuser.
Gegenüber der Onlineplattform Klimareporter.de sagte einer der AktivistInnen: "Planlos wurden die Küche und unser Wohnzimmer auf dem Waldboden auseinandergenommen und zerstört. Unsere Möbel und unser Feuerholz haben sie mitgenommen, einfach alles, was sie tragen konnten." Im Rahmen der beginnenden Räumungen gab es auch mehrere Festnahmen, mindestens ein Aktivist wurde verletzt.
Nicht nur die im Wald lebenden AktivistInnen sind gegen die Abholzung des Hambacher Forsts, sondern auch viele weitere Klimagerechtigkeits- und Umweltgruppen sowie Teile der deutschen Politik. Diese Woche sprach sich zudem auch der Landesvorstand der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für ein Rodungs-Moratorium im Hambacher Wald aus.
klimareporter.de: Großeinsatz im Hambacher Forst
klimareporter.de: Gewerkschaft verlangt Rodungsstopp