Protest gegen Pestizide und Bienensterben
Chemie & Nanotechnologie, Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Für eine Landwirtschaft ohne hochdosierte Ackergifte haben am 16. Jänner 2013 vor dem deutschen Kanzleramt in Berlin ImkerInnen und VertreterInnen von Umwelt- und Erzeugerverbänden demonstriert. Der Protest richtete sich auch an das deutsche Bundeslandwirtschaftsministerium, das sich gegen EU-Vorschläge sträubt, die Vergabe von Agrarsubventionen an Umweltauflagen zu koppeln.Die Demonstrierenden wollen, dass auf Feldern keine hochgiftigen Spritzmittel mehr eingesetzt werden. ImkerInnen sehen in dem aus ihrer Sicht massiven Einsatz von Pestiziden einen Hauptgrund für das weltweit auftretende Bienensterben. Die Bienen verlören dadurch ihre Orientierung und fänden nicht mehr den Weg zurück in ihre Bienenstöcke. Zudem würden sie durch die Gifte anfälliger für Schädlinge wie zum Beispiel die Varroamilbe. Auch blütenarme Monokulturen schaden den Bienenvölkern.
Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) verlieh Bundeskanzlerin Angela Merkel den Negativpreis "Schwarzer Pinsel". Die Kanzlerin Merkel erhielt ihn mit der Begründung, sie setze sich für Deutschland als Chemiestandort ein, an dem auf dem Acker statt Lebensmitteln immer mehr gentechnisch veränderte, nachwachsende Rohstoffe für die chemische Industrie hergestellt werden sollen. Für ImkerInnen bedeutet dies, dass der Pollen solcher Genpflanzen auch im Honig und damit in der Lebensmittelkette landet. Zuvor hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace ein Verbot von Neonikotinoiden, von für Bienen besonders gefährlichen Pestiziden, gefordert.
Nach Angaben der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA stellen diese tatsächlich ein Risiko für Bienen dar. PflanzenzüchterInnen und SaatgutherstellerInnen hatten sich hingegen weiter für den Einsatz von Neonikotinoiden ausgesprochen, mit denen Saatgut gebeizt wird. [DNR, i.h.]
Protest gegen Pestizide und Bienensterben
Gemeinsame Pressemitteilung von DBIB, Campact, Meine Landwirtschaft
EFSA zu Neonikotinoiden