Rahmen für nachhaltige Investitionen muss warten
26. Sept 2019
Die EU-Mitgliedstaaten konnten sich am Mittwoch nicht auf gemeinsame Vorgaben für Standards für „grüne“ Finanzprodukte einigen. Stattdessen wurde das Thema auf Ende 2022 verschoben. Am Ende könnten die Standards auch Investitionen in Kohle und Kernenergie umfassen.
Die Verzögerung könnte, wenn sie letztendlich bestätigt wird, das Wachstum des 200-Milliarden-Dollar-Marktes für grüne Anleihen verlangsamen. Die Entscheidung, welche Investitionen als umweltfreundlich bezeichnet werden können, war Teil eines Legislativ-Vorschlags, der im vergangenen Jahr von der Europäischen Kommission vorgelegt wurde. Ziel war es, private Investitionen in ökologisch nachhaltige Unternehmen zu fördern.
Der Vorschlag sah eine Reihe von Kriterien und Methoden vor, um zu entscheiden, was eine Investition umweltfreundlich macht und sollte 2020 in Kraft treten. Allerdings erhoben viele EU-Mitglieder Einwände und befürchteten Schäden an ihrer nationalen Industrie. Nun wollen sie mehr Zeit für die Bewertung der Normen.
Ein möglicher Kompromiss könnte dazu führen, dass keine wirtschaftlichen Tätigkeiten von der Definition als „grünes“ Investment ausgeschlossen werden. Dies könnte dazu führen, dass auch Investitionen in die Verringerung der Umweltauswirkungen von Kohlekraftwerken oder Kernreaktoren als grün deklariert werden könnten.
Eine solche Entscheidung stünde im Widerspruch zu den Empfehlungen einer EU-Expertengruppe, die im Juni den Ausschluss von Kern- und Kohlekraftwerken aus den Standards empfohlen hatte. Ihre Umweltauswirkungen wurden als im Widerspruch zu den EU-Zielen zur Senkung der Kohlenstoffemissionen und zur Verringerung gefährlicher Abfälle bezeichnet.
EU states agree to delay 'green' investment guide, leave it open to nuclear, coal