Reform oder Zerfall: ExpertInnengruppe zeichnet düsteres Bild der EU 2030
Eine hochrangige Gruppe, an der unter anderem auch ehemalige Kommissare und Regierungschefs sowie Wirtschaftsführer beteiligt sind, warnt vor einem möglichen Zerfall der Union.Die ExpertInnengruppe wurde 2007 auf Drängen des französischen Präsidenten Sarkozy mit einem Bericht über die Zukunft der EU bis 2030 beauftragt. Sie wird vom ehemaligen spanischen Premier Felipe Gonzales geführt und zählt unter anderem Mario Monti (ehemaliger EU-Kommissar), Jorma Ollila (Vorstandsvorsitzender von Nokia) und Lech Walesa (ehemaliger Präsident von Polen) zu ihren Mitgliedern.
Der 46 Seiten starke Bericht ruft zu Reformen auf: „Die Ergebnisse sind weder für die Union noch für die BürgerInnen beruhigend. Entweder die EU reformiert sich oder ihr droht der Zerfall.“
Die Lösungsvorschläge der ExpertInnen sind aber nur bedingt hilfreich und wirken eher wie eine Zusammenfassung von Ideen der letzten Jahre: strengere wirtschaftliche Steuerung der Eurozone, Ausweitung des europäischen Einheitsmarktes, bessere Bildungssysteme, flexiblere Arbeitszeiten, usw.
Der Gonzales-Bericht enthält jedoch eine bemerkenswerte Aussage über die EU-Erweiterung. Der Bericht schiebt die Einwände gegen eine Erweiterung der EU beiseite und meint, dass die Union sehr wohl für weitere Mitglieder aus Europa offen sein sollte.
Weitere Informationen (en)
Bericht zur langfristigen Zukunft Europas (en)