Rekordstrafe für deutsch-französisches Energiekartell
Klima & Energie
Die Energiemultis E.ON und GDF Suez müssen aufgrund illegaler Absprachen und der Bildung eines Energiekartells eine Strafe von 1,1 Milliarden Euro zahlen. Das gab Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch bekannt. Die Kommission wirft den beiden Konzernen vor, über 30 Jahre hindurch Marktabsprachen getroffen zu haben.Die ehemalige Ruhrgas AG (heute E.ON Ruhrgas) und der ehemalige französische Monopolist Gaz de France (heute Teil von GDF Suez) sollen beim Bau der gemeinsamen Megal-Pipeline 1975, die Gas aus Russland importiert, vereinbart haben, das Gas nicht im Land des jeweils anderen Unternehmens zu verkaufen. Diese Vorgehensweise wäre auch nach der Liberalisierung des EU-Energiemarktes 2000 fortgesetzt worden.
Das Bußgeld ist das zweithöchste je in der EU wegen Verstößen gegen den Wettbewerb ausgesprochene. Im vergangenen Jahr waren 4 Hersteller von Autofenstern zu einem Bußgeld von 1,4 Milliarden Euro verurteilt worden.
E.ON und GDF Suez wiesen die Vorwürfe als konstruiert zurück und kündigten an, dagegen zu klagen. Die unabhängig vom drohenden Rechtsstreit zu zahlende Strafe werden sich die beiden Unternehmen mit je 553 Millionen Euro teilen.