Report enthüllt weitreichenden Betrug bei Thunfischfang im Atlantik
Natur & Biodiversität
Eine Reportage des International Consortiums of Investigative Journalists (ICIJ) übt massive Kritik an der Internationalen Kommission zum Schutz des atlantischen Thunfisches (ICCAT).„Looting the Sea,“ eine Reportage des International Consortiums of Investigative Journalists (ICIJ), übt massive Kritik an der Art und Weise, wie der Fischfang des atlantischen Blauflossen Thunfisches von der ICCAT überwacht wird. Der Betrug im Zusammenhang mit dem Thunfischfang sei enorm, so der Report, der illegale Fischfang und Schwarzhandel hätten zwischen 1998 und 2007 zu zusätzlichen Einnahmen für alle Beteiligten in der Höhe von 4 Milliarden Dollar geführt und würde dazu beitragen, dass der Bestand des atlantischen Blauflossen Thunfisches rasant dezimiert wurde.
Die ICCAT sei an dem Zustand mit Schuld, da es kein funktionierendes Erfassungssystem für Fischfänge gäbe und die fehlende Überwachung der Fischer durch die ICCAT dazu beitragen würde, dass illegal gefangene Fische auf den Märkten landen. Der Report weist weiters darauf hin, dass rund 80% der Blauflossen Thunfische auf dem japanischen Markt landen, wo dieser Fisch als Sushi sehr begehrt ist.
Der Report zeigt bereits erste Auswirkungen, die ICCAT will jetzt ein computergesteuertes Trackingsystem einführen, das eine bessere Überwachung der Fischfangquoten ermöglichen soll.
WissenschafterInnen fordern seit langem eine starke Reduktion der Fangquoten für den Blauflossen Thunfisch, um diese Art vor dem Aussterben zu retten. Der Druck der kommerziellen Fischereiindustrie ist jedoch enorm, auf einer Konferenz der ICCAT Ende November konnten sich die Mitgliedsländer nur auf eine Reduktion der Fangquote um 4% einigen, viel zu wenig, so KritikerInnen, um echte Auswirkungen zu zeigen.
The Center for Public Integrity - Pressemitteilung (en)
Report „Looting the Seas“ (en)
Guardian Artikel (en)
ICCAT (en)