Rückblick auf das B.A.U.M. FORUM 2017
„Panta Rhei, alles fließt“ – mit diesen Worten startete das B.A.U.M. Forum 2017 unter dem Titel „Why do the SDGs matter for business?“, das am 31. Mai in Kooperation mit dem EU-Umweltbüro veranstaltet wurde.
Rückblicke auf die Anfänge der Umweltbewegung bzw. von B.A.U.M. bildeten den Start der Veranstaltung, bevor die anwesenden TeilnehmerInnen mit auf eine „Reise“ nach New York genommen wurden – per Video ins UN-Hauptquartier zur Geburtsstunde der SDGs.
Es folgte ein von Bernhard Zlanabitnig geleitetes Gespräch mit Said El Khadraoui vom European Political Strategy Center, dem In-House Think Tank der Europäischen Kommission. Viele Probleme der heutigen Zeit seien mit anderen verknüpft, deswegen versuche seine Institution eine ganzheitliche Sichtweise zu haben und weiterzugeben, so Khadraoui. Nachhaltigkeit sei in der „europäischen DNA“, es sei eine Art europäischer Marke, so Khadraoui weiter. Derzeit sei die Welt in einer multiplen Krise, unter anderem zeigten das die Fluchtthematik, der Brexit und der Terrorismus. Bei den SDGs gehe es um die Lösung der vielfältigen Herausforderungen und einen Wandel der Wirtschaft. Es gehe nun darum, weniger kurzfristiges und mehr langfristiges Denken anzusetzen. Einerseits müsse Europa konkurrenzfähig sein, andererseits gehe es auch um eine intergenerationale Solidarität. Beispiele dafür, was Europa bereits tue, seien das Kreislaufwirtschaftspaket, die Energieunion und die aktuellen Pläne für eine nachhaltige Finanzwirtschaft. Dafür werde derzeit unter anderem eine Stakeholder-Plattform geschaffen.
Christof Miska von der Wirtschaftsuniversität Wien sprach über die Bedeutung der SDGs für Unternehmen aus positiver und kritischer Perspektive. Während unter anderem Impulse zu nachhaltiger Entwicklung, der Beitrag zu einer Standortbestimmung und Impulse zur Messbarkeit positive Effekte seien, betrachtet Miska die strategische Unterordnung der SDGs unter andere Unternehmensziele, den Unterschied im Planungshorizont und die unterschiedliche Bedeutung der SDGs im jeweiligen Länderkontext als kritische Punkte.
Der von Walter Seeböck (B.A.U.M.) geleiteten Diskussion stellten sich Merlin Koene von Unilever, Thomas Schuh von der ÖBB Infrastruktur und Isabella Hollerer von Bellaflora. Laut Hollerer hat sich Bellaflora 2010 entschlossen, in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu gehen. Unter anderem gebe es ein großes Torfreduktionsprogramm, bis 2020 will Bellaflora komplett ohne Produkte aus schädlichem Torfabbau auskommen. Die Nachhaltigkeitsbemühungen der Firma gehen aber noch weiter und umfassen unter anderem den Umgang mit MitarbeiterInnen. Bei Nachhaltigkeitsinitiativen würden die SDGs Halt geben, insbesondere in der Kommunikation.
Die ÖBB verfolgen laut Thomas Schuh ein eigenes Ausbildungsprogramm im Bereich Nachhaltigkeit. In den letzten Jahren sei außerdem eine starke Entwicklung hin zu nachhaltigen und ehrlichen Kapitalanlageformen zu beobachten, wobei den ÖBB ein besonders gutes Zeugnis ausgestellt würde.
Unilever habe laut Merlin Koene als global operierendes Unternehmen besonders großen Einfluss, insbesondere auf seine Zulieferer. Über eigene Initiativen könnten so große Änderungen bei der Produktion von bestimmten Rohstoffen bewirkt werden.
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem World Café, in dessen Rahmen die TeilnehmerInnen sich mit den InputgeberInnen wie Khadraoui oder Koene austauschen konnten. Dabei wurden unter anderem kritische Nachfragen über die Rolle der EU und das aktuelle Freihandelsregime besprochen, aber auch Grundsatzfragen nach Hotspots der (Un)Nachhaltigkeit wie Palmölproduktion diskutiert und besprochen wie ein Umdenken vom Anleger-Wunsch nach „Return on Invest“ gelingen kann.
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Mehr zu den SDGs: Noch bis zum 9. Juni kann man im Rahmen des Aktionstage Votings für hunderte von Aktionen in 22 Themenfeldern abstimmen. Holen Sie durch Ihr Stimme engagierte VeranstalterInnen, kreative Ideen und innovative Projektansätze vor den Vorhang: http://www.nachhaltigesoesterreich.at/voting/