Rückblick: Liebesgeschichte zwischen Europa und China ist vorbei
China ignoriert Europa in strategischen Belangen und profitiert enorm von den Handelsbeziehungen mit den EU-Mitgliedstaaten – die Beziehungen sind auf einem neuen Tiefpunkt angelangt.Vor fünf Jahren war China noch die große Hoffnung der Europäischen Union. Brüssel war der Überzeugung, dass das Reich der Mitte - ebenso wie Europa - nach einer multipolaren, auf internationalem Recht beruhenden Welt strebe.
Alles nur Wunschdenken? China ist rein an intensiven Handelsbeziehungen interessiert und ignoriert Europa auf strategischer Ebene zunehmend?
Ein Rückblick der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR) auf die Beziehungen formuliert deutlich: "Die China-Strategie der EU basiert auf dem anachronistischen Glauben, China werde unter dem Einfluss Europas seine Wirtschaft liberalisieren, das Rechtsstaatsprinzip anwenden und seine Politik demokratisieren... Dabei hat sich sowohl Chinas Außen- als auch Innenpolitik dahingehend entwickelt, dass sie europäischen Wertvorstellungen wenig Beachtung schenkt und Peking gegen letztere heute regelmäßig verstößt oder sie sogar untergräbt."
Europa ist zwar wirtschaftlich stark, so der chinesische Akademiker Pan Wei, "doch wir fürchten es nicht mehr, denn wir wissen, dass China für die EU nötiger ist als die EU für China".
Befördert wird der „Prozess der Entfremdung“ auch durch die uneinheitliche China-Politik der EU-Mitgliedstaaten.