Russische Regierung für Kyoto-Ratifizierung

Klima & Energie

Am 30. September 2004 beschloss die russiche Regierung unter Führung Putins, dem Parlament die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zu empfehlen. Die Ratifizierung wird nun innerhalb der nächsten Monate erwartet.
Die Entscheidung wurde von Kyoto-BefürworterInnen in UNO, EU und NGOs sehr erfreut aufgenommen:
Joke Waller-Hunter, Chefin der UN-Klimarahmenkonvention UNFCC sprach von einem "inspirierenden Zeichen", das die internationale Kooperation in Klimafragen mit neuer Energie versorgen werden. Kommissionspräsident Prodi sieht einen großen Erfolg für den internationalen Kampf gegen den Klimawandel voraus, möchte mit dem "Öffnen der Champagnerflaschen" aber auf die Zustimmung der Duma warten. Greenpeace schließlich sprach gar von einem "entscheidenden Punkt in der menschlichen Geschichte", an dem die USA und ihre Anti-Kyoto-Haltung isoliert würden.

Einer der schärfsten Kyoto-Kritiker dagegen, Kreml-Berater Andrei Illarionov, sprach von einer rein politischen Entscheidung, und nahm damit auf den vermuteten Deal "Kyoto-Ratifizierung gegen Unterstützung der WTO-Mitgliedschaft Russlands" Bezug. Die Entscheidung schade Russlands nationalen Interessen kurz-, mittel- und langfristig, Putins Ziel der Verdoppelung des russischen BIP in den nächsten 10 Jahren sei nun unerreichbar.

Interfax News (engl.)
Pressemeldung UNFCC (engl. pdf 126kb)
Pressemeldung Greenpeace (engl.)
Pressemeldung CAN Europe (engl. pdf 27kb)
Pressemeldung IPPN (Andrei Illarionov) (engl.)