Schildkröten: Farmen als Rettung vor dem Aussterben?
Natur & Biodiversität
Die Nachfrage nach Süßwasserschildkröten als Nahrung steigt. Zusammen mit dem Verlust von Lebensräumen bringt dies viele Arten von Süßwasserschildkröten an den Rand des Aussterbens.Gemäß einer Anfang September 2010 veröffentlichten Studie der Naturschutzorganisation Conservation International ist mehr als ein Drittel der 280 Arten von Süßwasserschildkröten vom Aussterben bedroht. „Damit gehören sie zu den am meisten bedrohten Tieren auf unserem Planeten“, so Peter Paul van Dijk von der Naturschutzorganisation Conservation International. Als Gründe werden in der Studie der zunehmende Lebensraumverlust, die Haltung als Haustier und der steigende Verzehr von Süßwasserschildkröten genannt.
Vor allem in Asien gelangen immer mehr Süßwasserschildkröten auf den Speiseteller, da ihr Verzehr mit heilenden Wirkungen in Verbindung gebracht wird. Der Markt ist mittlerweile so groß, dass Schildkröten in eigenen Farmen gezüchtet werden um die Nachfrage zu befriedigen. Der Großteil stammt jedoch noch immer aus freier Wildbahn.
Der dramatische Rückgang ist laut van Dijk auch darauf zurückzuführen, dass die Tiere erst mit 15. Jahren ihre Geschlechtsreife erreichen, vielfach aber schon davor getötet werden.
Trauriges Beispiel ist die Jangtse-Riesenweichschildkröte (Rafetus swinhoei) von der es weltweit nur noch vier Exemplare gibt. Könnte die Nachfrage nach Süßwasserschildkröten mittels Züchtung befriedigt werden, „wären 80 Prozent des Krieges gewonnen“ so van Dijk. Darüber hinaus müsse der Lebensraumverlust gestoppt werden.
BBC-Artikel (en)
Presseaussendung von Conservation International (en)
Bericht “Status of the World’s Tortoises and Freshwater Turtles“ (en)