Schwefelarme Schiffstreibstoffe: IMO beschließt strenge Grenzwerte

Klima & Energie, Verkehr & Luft & Industrie

Ab 2020 dürfen Schiffstreibstoffe nicht mehr als 0,5 % Schwefel enthalten. Zu dieser unerwartet positiven Entscheidung kam der Ausschuss für die Meeresumwelt der Internationalen Meeresorganisation IMO am 3.4.2008. Friends of the Earth schätzt, dass dadurch jährlich rund 50.000 vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung durch Schiffe vermieden werden können.

Der Höchstwert für Schwefel in Schiffstreibstoffen (meist Schweröl) liegt derzeit bei 4,5 %, der tatsächliche Schwefelgehalt liegt durchschnittlich bei etwa 2,24 %. Der Grenzwert wird stufenweise strenger werden, angefangen bei 3,5 % im Jahr 2012. 0,5 % sind immer noch 5.000 ppm - zum Vergleich: Bei Kfz beträgt der Schwefelgehalt kaum mehr als 10 ppm.
In den so genannten Schwefelsondergebieten (special low sulphur zones, Secas), zB der Nord- und Ostsee, gelten bereits jetzt strengere Grenzwerte. Hier liegt der Grenzwert ab 2020 bei 0,1 %.
Den Schiffseignern bleibt aber ein Schlupfloch: gibt es nicht ausreichend schwefelarme Kraftstoffe am Weltmarkt, können Ausnahmen gewährt werden.

Der Beschluss des Umweltausschusses muss noch von den IMO-Regierungen abgesegnet werden - voraussichtlich im Oktober 2008.

Pressemeldung IMO (en)