Schwerer Designfehler im geplanten französischen Atomkraftwerk Flamanville – auch Hinckley Point betroffen

Energie

"Es ist ein schwerer Fehler, sogar ein sehr schwerer Fehler, da dieser einen essentiellen Teil des nuklearen Reaktors betrifft", sagt Pierre-Franck Chevet, Leiter der nuklearen Sicherheitsbehörde von Frankreich. Chevet meint damit einen Konstruktionsfehler des Atomkraftwerks Flamanville, das in der Nähe von Cherbourg in der französischen Normandie gebaut wird.

Konkret geht es bei dem Konstruktionsfehler um die Qualität des Stahls, der bei dem Bau des Atomkraftwerkes für den Sicherheitsmantel des Reaktors verwendet wird, berichtet die britische Tageszeitung "The Independent".

Laut "Independent" könnte der Konstruktionsfehler dazu führen, dass sich die Fertigstellung des Atomkraftwerks um mehrere Jahre verzögert. Da das geplante britische Atomkraftwerk Hinckley Point nach dem gleichen Design gebaut werden sollte, sei der Bau dieses Atomkraftwerks zweifelhaft geworden, schreibt der "Independent". Die für Hinckley Point geplanten Bauteile seien bereits hergestellt worden, berichtet die Zeitung.

Letzte Woche wurde endlich die "korrigierte" Version der EU-Entscheidung zu den Milliarden-Subventionen für das britische AKW Hinkley Point C im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die Republik Österreichs wird nun, wie angekündigt, rechtliche Schritte gegen diese Entscheidung ergreifen.

Das Atomprojekt Hinkley Point C wird nach der Entscheidung der EU-Kommission 24,4 Milliarden britische Pfund (ca. 34,3 Milliarden Euro) kosten, für zwei Druckwasserreaktoren EPR je 1.600 MW entspricht dies Euro 10.704 pro Kilowatt installierte Leistung.

The Independent: UK nuclear strategy faces meltdown as faults are found in identical French project
oekonews: EU-Entscheidung zu AKW Hinkley Point veröffentlicht
EU-Umweltbüro: EU-Kommission genehmigt staatliche Beihilfen für britisches AKW Hinkley Point C