SDG Watch Austria fordert: Umsetzung der SDGs zur „Chefsache“ machen
7. Juni 18
Seit September 2017 setzen sich dutzende zivilgesellschaftliche Organisationen in Österreich im Rahmen der Plattform SDG Watch Austria dafür ein, die ambitionierte „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen auch hierzulande politisch ernst zu nehmen. Bei der ersten Plattformvollversammlung Ende Mai forderten sie nun Bundeskanzler Kurz auf, die Umsetzung der SDGs zur Chefsache zu machen und sprachen sich für mehr Ambition aus.
Zwei Jahre nachdem die SDGs in New York offiziell von der UN-Generalversammlung als der höchsten politischen Ebene der weltweiten Staatengemeinschaft beschlossen wurde, gründeten über 80 zivilgesellschaftliche Organisationen die Plattform SDG Watch Austria, um sich gemeinsam für die Verwirklichung der Agenda 2030 und der SDGs einzusetzen. Inzwischen kommen in SDG Watch Austria schon über 130 zivilgesellschaftliche Mitgliedsorganisationen zusammen, die so divers sind wie die SDGs selbst: große und bekannte Organisationen wie das Österreichische Rote Kreuz, GLOBAL 2000 oder UNICEF Österreich sind ebenso Mitglieder wie etwa der Verein Frauen*solidarität, das Reparaturnetzwerk RepaNet, oder die Finance and Trade Watch und viele mehr. Die unmittelbaren Anliegen der einzelnen NGOs umfassen verschiedene soziale Aspekte, Entwicklungszusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Umwelt, Korruptionsbekämpfung bis hin zu Wissenschaft und Forschung. Der Schirm der SDGs und der Plattform SDG Watch Austria bietet ihnen die Chance, gemeinsam aufzutreten, zu kommunizieren, zu informieren und vor allem Aktivitäten voranzutreiben.
In diesem Sinne forderte SDG Watch Austria nach der ersten Plattformvollversammlung Ende Mai 2018 Bundeskanzler Sebastian Kurz auf, die Umsetzung der SDGs zur „Chefsache“ zu machen. Das Bekenntnis zur Agenda 2030 im Regierungsprogramm sei zu wenig; konkrete und ambitionierte Schritte in diesem Bereich fehlten. Während man in Deutschland eine Nachhaltigkeitsstrategie auf Basis der SDGs unter Federführung des Bundeskanzleramts beschlossen habe, passiere in Österreich noch zu wenig. „Die deutsche Bundeskanzlerin hat ganz klar die Verantwortung übernommen und entsprechende Strukturen geschaffen. In Österreich gibt es trotz des Bekenntnisses im Regierungsprogramm keine erkennbaren Schritte zu einer wirksamen Umsetzung“, meint Thomas Alge, Geschäftsführer von ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung und Mitglied der Steuerungsgruppe von SDG Watch Austria. Er bemängelt außerdem den Stillstand der österreichischen Nachhaltigkeitspolitik und einer sachlichen Debatte, wie Österreich im Sinne der Nachhaltigkeit weiterentwickelt wird. SDG Watch biete die Möglichkeit, dieses Thema in Österreich zu beleben.
Gleichzeitig streicht man aber auch das größere Bild heraus. „Österreich könnte aufgrund seiner guten Ausgangslage Vorreiter bei der Umsetzung der Agenda 2030 werden. Nicht zuletzt im Zuge der unmittelbar bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft bietet sich eine ideale Gelegenheit dazu“, ergänzt Bernhard Zlanabitnig, Leiter des EU-Umweltbüros und ebenfalls Steuerungsgruppenmitglied. Europäische Beispiele in Finnland, Wales und Deutschland zeigten, was mit echter nationalstaatlicher Unterstützung möglich wäre. SDG Watch Austria ist auf europäischer Ebene auch Mitglied bei SDG Watch Europe, Aktivitäten von SDG Watch Austria sind außerdem Teil des EU-Projekts Make Europe Sustainable For All.
cooppa.at: SDG Watch Austria: Gemeinsam für ein gutes Leben für alle – in Österreich und überall