Sechs giftige Chemikalien werden stärker reguliert, aber nicht verboten
Chemie & Nanotechnologie
Die Jubelmeldung des Pressedienstes der EU-Kommission über das schrittweise Verbot von sechs gefährlichen Stoffen mutet seltsam an - ist sie doch schlichtweg falsch.Die Zulassungsbedingungen für sechs hochgiftige Chemikalien werden in den nächsten Jahren zwar schrittweise erschwert, aber nicht verboten.
Die REACH-Verordnung regelt die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe in der EU. Chemikalien, die als „besonders besorgniserregende Stoffe“ klassifiziert sind, werden in eine sogenannte Kandidatenliste aufgenommen, aktuell stehen 46 Stoffe auf dieser Liste. Chemikalien, die selbst auf dieser Liste noch als besonders giftig aufscheinen, werden von der Kandidatenliste in den „Anhang XIV“ verschoben.
Das bedeutet, dass diese Chemikalien besonders strengen Zulassungsbedingungen unterliegen und nur in den Verkehr gebracht oder verwendet werden dürfen, wenn eine Zulassung für eine bestimmte Verwendung erteilt wurde. Durch diese etwas strengere Zulassungsbestimmung will die EU Firmen dazu anregen, diese Chemikalien durch wirtschaftlich und technisch tragfähige Alternativen zu ersetzen.
Folgende Chemikalien wurden jetzt in den „Anhang XIV“ aufgenommen: 5-tert-Butyl-2,4,6-trinitro-m-xylol (Moschus-Xylol), 4,4’-Diaminodiphenylmethan (MDA), Hexabromcyclododecan (HBCDD), Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP), Benzylbutylphtalat (BBP) und Dibutylphthalat (DBP).
Weiterführende Informationen über diese Stoffe und eventuelle Einflüsse auf Gesundheit und Umwelt stehen den LeserInnen unter anderem auf der Webseite des Chemicals Health Monitor zur Verfügung. Die Webseite ist ein gemeinsames Projekt mehrerer europäischer NGOs zum Thema Chemie.
Für die sechs hochgiftigen Stoffe sind Ablaufdaten in den Jahren 2014 und 2015 angegeben, bis dahin gelten keine erschwerten Zulassungsbedingungen.
EU-Pressemitteilung: Chemikalien (REACH): Sechs gefährliche Stoffe werden von EU schrittweise verboten.
Chemicals Health Monitor (en)