Sicherheit von Nanosilber in Verbraucherprodukten: viele Fragen ungeklärt
Chemie & Nanotechnologie, Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)
Unvollständige Datenlage bei gesundheitlichen Risiken von nanoskaligem Silber.Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Deutschland. Es berät die deutsche Regierung zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit.
In einer Stellungnahme vom Dezember 2009 zu Aspekten der Toxizität von Nanosilber hatte das BfR empfohlen, auf den Einsatz von Nanosilber in Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs so lange zu verzichten, bis die Datenlage eine abschließende Bewertung der gesundheitlichen Risiken erlaubt. Gegen diese Einschätzung des BfR wurde, insbesondere von Seiten der Industrie, eingewandt, dass zur Abschätzung des gesundheitlichen Risikos von Nanosilber in verbrauchernahen Produkten und in Lebensmitteln ausreichend Daten zur Verfügung stünden.
Das BfR organisierte deshalb vor Kurzem einen Workshop mit ExpertInnen aus Forschung und Wissenschaft sowie VertreterInnen von Verbänden und der Industrie, um bestehende Risiken und mögliche Handlungsoptionen für einen umfassenden Schutz des Verbrauchers zu diskutieren. Das Resultat: „Die Diskussion hat die Mahnung des BfR zur Vorsicht bestätigt“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel in einer Presseaussendung des Instituts, „denn es gibt nach wie vor zu wenig gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die spezifischen Wirkungen von Silberpartikeln in Nanogröße.“