Slowakei: Verhaftete Greenpeace-AktivistInnen wieder frei

6. Dez 18

Zwölf in der Slowakei verhaftete Greenpeace-AktivistInnen sind nach sieben Tagen wieder freigelassen worden. Die AktivistInnen aus verschiedenen europäischen Ländern hatten am vergangenen Mittwoch einen Förderturm des slowakischen Kohlebergwerks Novaky erklommen und darauf ein Transparent enthüllt. Damit wollten sie im Vorfeld der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice für einen schnellen Kohleausstieg und den Ausbau erneuerbarer Energien eintreten.

„Diese Leute sind zu Unrecht in Haft“, begründete Generalstaatsanwalt Jaromir Ciznar am Dienstag seine Entscheidung vor JournalistInnen in Bratislava. Schon im Haftantrag für die AktivistInnen aus Tschechien, Finnland, Belgien und der Slowakei habe es einen Fehler gegeben. Die Anklage bleibt jedoch weiterhin aufrecht.

Die Leitung des Kraftwerks, dessen Turm sie erklettert hatten, warf den AktivistInnen vor, nicht nur den Betrieb gestört, sondern auch ArbeiterInnen gefährdet zu haben. Greenpeace bezeichnete die Anklage als absurd und begrüßte die Freilassung der AktivistInnen. Die „wahren Kriminellen“ seien jene, die an der gesundheits- und klimaschädlichen Kohletechnologie festhielten, schrieb die Umweltorganisation in einer Presseerklärung.

“Nicht die Aktivistinnen und Aktivisten, sondern die Kohlekraft stellt eine Bedrohung dar: Sie gefährdet unsere Umwelt und unsere Gesundheit. Die Slowakei hat die Chance vollständig auf erneuerbare Energie umzusteigen: Kohle macht nur zwölf Prozent des Energiemixes aus. Die Slowakei muss der Kohlekraft die rote Karte zeigen, anstatt Menschen mundtot zu machen, die sich für den Schutz unserer Umwelt einsetzen“, so Adam Pawloff, Klimaexperte von Greenpeace in Österreich in einer Aussendung noch vor der Freilassung der AktivistInnen.

 

Greenpeace: Vor Weltklimakonferenz: Greenpeace-AktivistInnen in Slowakei wegen Kohleprotest in U-Haft

Greenpeace Magazin: In der Slowakei verhaftete Greenpeace-Aktivisten wieder frei