State-of-the-Energy-Union-Report: Energiewende verlangsamt sich

Am 1. Februar wurde der zweite Report zum „State of the Energy Union“ veröffentlicht. Zwar sind im Rahmen der Energie- und Klimaziele der EU Fortschritte zu verzeichnen, aber vor allem die gesunkenen Investitionen in erneuerbare Energien bereiten Verantwortlichen und BeobachterInnen Sorgen. Die 2020-Ziele unterdessen sollten weitgehend erreicht werden, auch wenn einige Mitgliedstaaten negative Ausnahmen bilden.

Maroš Šefčovič, verantwortlicher Kommissar für die Energieunion, musste am Mittwoch gemischte Zahlen präsentieren. Negativ gestaltet sich die Entwicklung bei den Investitionen in erneuerbare Energien, die seit 2011 um die Hälfte gefallen sind. Besonders die langfristigen Klimaschutz-Ziele werden schwer zu erreichen sein, sollte sich dieser Trend nicht umkehren.

Bereits mit dem Blick auf 2020 wird es für die Mitgliedstaaten Irland, Luxemburg, Niederlande und das Vereinigte Königreich schwierig, die nationalen Ziele zu erreichen.

Insgesamt sollten die 2020-Ziele weitgehend erreicht werden. 2015 wurden EU-weit bereits etwa 16,4 % des Endenergieverbrauchs durch erneuerbare Quellen gedeckt, 2014 stammte ein Anteil von 27,5 % des in der EU erzeugten Stroms aus Erneuerbaren. Auch bei der Energieeffizienz befindet sich die Union laut dem Report auf einem guten Weg. Im Bereich der Emissionsreduktion ist bereits jetzt das angestrebte 2020-Ziel erreicht. Gegenüber 2005 wurde der Ausstoß von Treibhausgasen bisher um 22 % reduziert.

Bereits die 20-20-20-Ziele der EU wurden vielfach als zu niedrig angesetzt. Und auch wenn die angestrebte Emissionsreduktion um 40 % bis 2030 im Vergleich mit anderen Staaten ambitioniert erscheint, trägt sie nicht genug dazu bei, um das in Paris bekräftigte 2-Grad-Ziel oder gar eine maximale Erhöhung um 1,5 Grad zu erreichen.

EurActiv: Sluggish renewables investment poses challenge to EU energy plans

EurActiv: State-of-the-Energy-Union-Report: Kaum Nutzen für die Energiewende