Studie: Biodiversität schützt gegen ansteckende Krankheiten

Natur & Biodiversität

Zwischen dem Verlust von Biodiversität und der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten unter den Menschen dürfte ein Zusammenhang bestehen. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Impacts of biodiversity on the emergence and transmission of diseases“, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde. An der Studie war ein großes Team von amerikanischen und britischen WissenschafterInnen verschiedener Universitäten beteiligt. Die AutorInnen sind der Meinung, dass in vielen Fällen der Ausbruch und die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten bei den Menschen durch den Schutz einer vielfältigen Biodiversität reduziert werden könnte. Es gäbe immer mehr Beweise dafür, dass der Schutz und die Bewahrung von Ökosystemen in ihrem natürlichen Zustand die Häufigkeit von Infektionskrankheiten reduzieren könne.

Der Verlust von Biodiversität würde sich auf unterschiedliche Weise auswirken, schreiben die WissenschafterInnen. So würde zum Beispiel der Verlust von bestimmten Tierarten, die Krankheitsüberträger sind, dazu führen, dass die Krankheiten dann über andere Tiere schneller auf die Menschen übertragen werden, als das sonst der Fall wäre. In den USA verbreitet sich jetzt zum Beispiel die Lyme-Borreliose wegen der starken Ausrottung der Beutelratten – den ursprünglichen „Wirten“ für die Zecken – jetzt über Mäuse schneller. Die Beutelratten töteten nämlich die Zecken selber, was die Mäuse nicht tun. Dadurch stieg die Übertragungsrate dieser Krankheit auf die Menschen stark an.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse in englischer Sprache wurde von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission im Rahmen der „Science for Environment Policy“ -Reihe zusammengestellt. Der Zugriff auf den Volltext des Artikels ist der Fachzeitschrift „Nature“ ist kostenpflichtig.

Science für Environment Policy: Link between biodiversity and human disease
„Nature“: Impacts of biodiversity on the emergence and transmission of diseases (kostenpflichtig)