Studie: Die potentiellen Gefahren des Bio-Plastiksackerls

Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)

Die Produktion von Plastiksackerln ist nicht nachhaltig und sie verrotten nur sehr langsam. Aus diesem Grund versuchen Forscher schon seit vielen Jahren, Alternativen zu entwickeln. Einige dieser sogenannten Bio-Plastiksackerl sind bereits im Handel, an der Entwicklung weiterer Sackerl wird gearbeitet.

Eine neue Studie weist jetzt auf die potentiellen Gefahren und Nachteile von Bio-Plastiksackerln hin. Zwar sei die Verwendung nachwachsender Rohstoffe positiv, aber in vieler Hinsicht gäbe es nach wie vor Probleme.

Die StudienautorInnen weisen darauf hin, dass der Anbau von Pflanzen (Mais, Soja, etc.) zur Produktion von Plastiksackerln nicht nachhaltig ist, wenn dadurch landwirtschaftliche Flächen für den Anbau von Lebensmitteln verloren gehen. Auch besteht die Gefahr, dass dafür Gen-Pflanzen gezüchtet werden. Eine weitere Gefahr für Umwelt und Menschen wären Düngemittel während der Pflanzenzucht.

Auch während der Produktion mancher Bio-Plastiksackerl gäbe es potentiell viele Gefahren, merken die StudienautorInnen an. Für die Produktion mancher Sackerl würden Chemikalien benötigt, die unter anderem das Hormonsystem der Menschen schädigen können. Für die Produktion von Bio-Sackerln seien außerdem große Mengen an Energie und Wasser notwendig.

Die StudienautorInnen listen eine Reihe von möglichen Maßnahmen auf, mit denen die Produktion von nachhaltigen Plastiksackerln verbessert werden kann.

UmweltschützerInnen raten hingegen zur Verwendung von Stoff- und Jutesackerln. Denn auch mit potentiell kompostierbaren Bio-Sackerln gäbe es Probleme. In Deutschland würden die Sackerln unter anderem deshalb nicht kompostiert, weil die Kompostieranlagen dafür gar nicht ausgestattet seien.

Die Bio-Sackerln seien laut Deutscher Umwelthilfe sehr problematisch. Auch die bereits auf dem Markt befindlichen Bio-Sackerln würden nicht recycelt, sondern einfach nur verbrannt. Die Deutsche Umwelthilfe spricht deshalb sogar von „grünem Etikettenschwindel“ und „Greenwashing“.

Der Volltext des Artikels in der Fachzeitschrift „Journal of Cleaner Production“ ist kostenpflichtig.

Science for Environment Policy: Ensuring bio-based plastics are truly sustainable (en, pdf)
Journal of Cleaner Production: Sustainability of bio-based plastics: general comparative analysis and recommendations for improvement (en)
Deutschlandfunk: Aldi und Rewe täuschen Verbraucher offenbar bei Umwelttüten
Deutschlandradio Kultur: Deutsche Umwelthilfe: Bio-Plastiktüten sind "vorsätzliche Verbrauchertäuschung"
Umwelt aktuell: Grüner Etikettenschwindel