Studie dokumentiert giftige Umwelthormone in EU-Haushalten
Chemie & Nanotechnologie
Die Studie weist einen “Cocktail” von Chemikalien mit hormonstörender Wirkung im Haushalts-Staub nach.“Home Sweet Home - Dusty Surprises Under the Bed” ist eine neue Studie der Swedish Society for Nature Conservation (SSNC) und ChemSec, einem Zusammenschluss schwedischer Umweltschutzorganisationen.
Die schwedischen WissenschafterInnen sammelten den Staub in den Schlafzimmern privater Haushalte in insgesamt 12 Ländern in der EU, in Afrika und Asien.
Eine Analyse der Ergebnisse zeigt, dass der Staub einen „Cocktail“ an giftigen Chemikalien enthält, die für ihre schädliche Wirkung auf das Hormonsystem der Menschen bekannt sind. Krebserkrankungen und Fortpflanzungsstörungen werden unter anderem auf diese sogenannten „endokrinen Disruptoren“ zurückgeführt.
Laut Studie dürften die Chemikalien in den Wohnungen und Häusern der Menschen langsamer abgebaut werden als in der Natur, da die Luft in den Innenräumen trocken ist, es dort kein UV-Licht und keine Mikroben gibt, welche die schädlichen Chemikalien abbauen könnten.
Die Studienautoren fordern eine Änderung der Risikobewertung für diese Umwelthormone, vor allem die kumulative und langfristige Wirkung der Chemikalien soll berücksichtig werden. Dies wäre mit Hilfe eines bereits entwickelten Computer-Modells sofort und ohne Anwendung von Tierversuchen möglich, schreibt Mikael Karlsson, President von SSNC in der Einführung der Studie.
ChemSec: Mix of hazardous chemicals under your bed - EU needs to act
Studie: Home Sweet Home - Dusty Surprises Under the Bed (en,pdf)