Studie: Erneuerbare Energien bis 2050 kostengünstigste Stromquelle in Europa
Klima & Energie
„Kostenpessimismus der Europäischen Kommission ist fachlich nicht nachvollziehbar.“Der deutsche Sachverständigenrat für Umweltfragen, das wissenschaftliche Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung in Umweltfragen, übt in seiner jüngsten Studie massive Kritik an den von der Europäischen Kommission veröffentlichten Berechnungen für die geplante „Energy Road Map 2050“.
„Die Europäische Kommission unterschätzt systematisch das Potential der erneuerbaren Energien für eine kostengünstige und nachhaltige Stromversorgung“, kritisiert Prof. Dr. Hohmeyer, einer der Studienautoren, die Berechnungen der EU-Kommission. „Der Kostenpessimismus der Europäischen Kommission ist fachlich nicht nachvollziehbar.“
Das Sondergutachten „Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung“ des Sachverständigenrates für Umweltfragen wurde im Jänner 2011 veröffentlicht, jetzt erschien die englische, erweiterte Fassung des Gutachtens, in der auch Einzelberechnungen für 36 Länder Europas und Nord-Afrikas berücksichtigt wurden.
Die Studie zeigt, dass „eine vollständig regenerative Stromversorgung bis 2050 schon zu Durchschnittskosten von 65€t/MWh erreichbar ist“. „Damit werden die erneuerbaren Energien auch europaweit der kostengünstigste Energieträger in der EU“, meint Prof. Dr. Hohmeyer.
Der Sachverständigenrat kritisiert, dass überzogene Kostenprognosen die politische Akzeptanz für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in der EU behindern würden, und empfiehlt der Europäischen Union, verbindliche Ausbauziele für die erneuerbaren Energien bis 2030 zu formulieren und den Ausbau der europäischen Stromnetze systematisch auf den wachsenden Bedarf dieser Energien auszurichten.
Pressemitteilung Sachverständigenrat für Umweltfragen (en)
Gutachten englisch, erweiterte Fassung vom Oktober 2011 (en)
Sondergutachten Deutsch vom Jänner 2011