Studie: EU-Länder liefern falsche Angaben bei Emissionsdaten
Klima & Energie
Italien, Großbritannien und die Niederlande melden stark abweichende Emissions-Daten für das „Super-Treibhaus-Gas“ HFC-23.Fluoroform (HFC-23) ist ein hochgiftiges Gas, das unter anderem bei der Produktion von Chlordifluormethan (HCFC-22) entsteht. HCFC-22 wird vor allem als Kühlmittel eingesetzt sowie bei der Herstellung von Polymer-Produkten (z.B. Teflon).
HFC-23 ist ein hochgiftiges Gas, dessen Halbwertzeit bei 270 Jahren liegt. Das Potential dieses Treibhausgases für die Klimaerwärmung sei 14.800 Mal höher als CO2, berichtet die online-Plattform EurActiv.
Es sei zwar möglich, HFC-23 durch einen sehr billigen Prozess zu zerstören, dafür gäbe es allerdings kein EU-Gesetz, weshalb viele Unternehmen das Gas nicht richtig entsorgen.
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls müssen die Unterzeichnerstaaten die Emisssionsdaten für HFC-23 melden. Eine Studie der schweizer „Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt“ (EMPA) wies jetzt nach, dass die Staaten es mit der Meldepflicht dieses Treibhausgases nicht sehr genau nehmen.
Die WissenschafterInnen konnten nachweisen, dass allein Italien 10-20 Mal so viel von dem Gas in die Atmosphäre ausstößt als offiziell von der Regierung zugegeben wird. Auch die Niederlande und Großbritannien würden jeweils mehr als das Doppelte der gemeldeten Menge ausstoßen. Im Durchschnitt stoßen die westeuropäischen Länder 60-140 Prozent mehr HFC-23 aus als sie melden, berichtet EurActiv.
EurActiv: Europe emits huge unreported F-gas cloud: Report (en)
EMPA- Pressemitteilung (en)
Studie: Evidence for under-reported western European emissions of the potent greenhouse gas HFC-23.(en, pdf)