Studie: Europäische Agrarpolitik ist ineffizient und umweltschädlich

Europas Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) verschwendet Steuergeld und versagt bei den eigenen Zielen, so das Ergebnis einer neuen internationalen Studie, die im Auftrag von NABU, dem Europäischen Umweltbüro (EEB) und BirdLife Europe durchgeführt wurde. Die Direktzahlungen drängen die LandwirtInnen in die Abhängigkeit von Subventionen und generell seien keine logischen Zusammenhänge zwischen Budgetaufteilung, Zielen und Instrumenten erkennbar. Auch der kleine Anteil, der in Agrarumweltmaßnahmen fließt, verfehlt sein Ziel und ist in seinem derzeitigen System nicht in der Lage den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen oder andere Umweltschäden wie die Nitratbelastung zu vermeiden. Außerdem seien die Einkommensunterschiede zwischen großen und kleinen Landwirten massiv. So würden 1,5 Prozent aller Subventionsempfänger 32 Prozent der EU-Förderungen erhalten.

Erstmals in der 50-jährigen GAP-Geschichte liegen nun wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrer Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit und Erfüllung der globalen Nachhaltigkeitsziele vor. Der Aufbau der Studie orientiert sich an den sogenannten „Fitness Checks“ der EU, mit denen auch die Kommission ihre eigenen Rechtsakte durchleuchtet. Für die Literaturstudie wurden mehr als 450 wissenschaftlichen Veröffentlichungen begutachtet.

Da Gelder künftig durch den Brexit knapper werden, wird wohl in erster Linie in der Landwirtschaftspolitik gespart. Auch dies zeigt die Notwendigkeit einer effizienteren GAP.

Sebastian Lakner, Autor der Studie: „Unsere Literaturstudie zeigt, dass die GAP in ihrer jetzigen Form die selbst gesteckten Ziele nicht erfüllt. Vor allem die Direktzahlungen der Ersten Säule erzeugen eine Reihe von Problemen und haben 25 Jahre nach der MacSharry-Reform keine sinnvolle Begründung. Die EU sollte sich auf die Frage besinnen, welche Ziele die GAP tatsächlich erfüllen soll. Meiner Ansicht nach sollten drei wichtige Ziele angegangen werden: Die landwirtschaftliche Produktion muss nachhaltiger werden, der Verlust der Artenvielfalt gestoppt und der Kampf gegen den Klimawandel auch im Agrarbereich angegangen werden. Dazu sollte die EU-Kommission nun einen ambitionierten Reformvorschlag vorlegen.“

 

Not fit for purpose – NGOs present Fitness Check of the Common Agricultural Policy

Europas Agrarpolitik verschwendet Steuergeld und versagt bei eigenen Zielen