Studie FoE: mehr Pestizidnutzung durch GVO
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Gentechnisch verändertes Saatgut trägt - entgegen den Behauptungen der Gentech-Konzerne - nicht zur Bekämpfung des Hungers bei, reduziert nicht den Pestizidgebrauch und führt auch nicht zu höheren Erträgen. Dies berichtet Friends of the Earth International in einem Mitte Februar 2008 veröffentlichten Bericht.Kernaussagen des Berichtes:
- Die Nutzung des Pestizids RoundUp (Glyphosat) ist in den USA und Brasilien durch die Nutzung resistenter gv-Sorten deutlich gestiegen. Auch andere Pestizide wie 2,4,D (eine Komponente von Agent Orange) und Atrazin (in der EU verboten) werden vermehrt genutzt.
- GV-Pflanzen werden vor allem als Futtermittel für Tiere und den Fleischkonsum der reichen Länder genutzt. GVO sind Teil des intensiven Landwirtschaftsmodells und tragen dazu bei, dass kleine LandwirtInnen ihr Land und ihre Existenz verlieren - und nicht zur Bekämpfung des Hungers.
- Keine der GV-Pflanzen am Markt wurde entwickelt, um die Erträge zu erhöhen. Wesentliche Faktoren für höhere Erträge sind Wasser und Bewässerung, Dünger, Bodenqualität und die Fähigkeiten der Bäuerinnen und Bauern.
Die FoE-Studie wurde am selben Tag veröffentlicht wie der jährliche Bericht zum "Satus der kommerziell genutzten Biotechnologie", der von der industrie-finanzierten ISAAA herausgegeben wird (International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications). Darin wird festgestellt, dass die mit GVO bepflanzte Fläche im Jahr 2007 global um 12 % gestiegen ist.
Pressemeldung FoE (en)
Bericht "Who benefits from gm crops?" (en pdf 876kb)
Stellungnahme Gentech-Lobby EuropaBio (en)
Pressemeldung ISAAA (en)