Studie: Gütertransport durch Lang-LKW führt zur Abnahme des Transports durch die Bahn

Verkehr & Luft & Industrie

Einführung von sogenannten Lang-LKW würde zur Rückverlagerung des Frachtverkehrs auf die Straße führen.

Eine neue Studie von K+P Transport Consultants und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung im Auftrag der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen auf den europäischen Frachtverkehr untersuchte die Auswirkungen von sogenannten Lang-LKW auf den Güterverkehr durch die Bahn.

Die StudienautorInnen untersuchten zwischen Juni 2010 und August 2011 den Frachtverkehr auf fünf verschiedenen europäischen Transportkorridoren. Es zeigte sich, dass die Einführung von Lang-LKW in allen Fällen zu merklichen Rückgängen des Güterverkehrs durch die Bahn führen würde. Vor allem bei Einzeltransporten würde es laut Studie zu einer starken Rückverlagerung des Frachtverkehrs auf die Straße kommen, da größere LKW auch eine Kostenersparnis für die Frächter bringen würden. Der Güterverkehr durch die Bahn könne mit diesen Kosten nicht konkurrieren, schreiben die StudienautorInnen.
Auch bei kombinierten Straßen-Bahn-Transporten würde es zu Rückgängen bei den Bahntransporten kommen, unter anderem deshalb, weil viele Frachtenbahnhöfe für Lang-LKW nicht geeignet seien.

Die deutsche Bundesregierung erlaubt ab 2012 in einem Feldversuch den Gütertransport durch Lang-LKW, diese sind bis zu 25,5 Meter lang. Derzeit beträgt die maximale Länge für LKW in Deutschland 18,75 Meter. Die Lang-LKW dürfen während der Probephase nur auf bestimmten Strecken durch Deutschland fahren, wegen großen Widerstandes der deutschen Bevölkerung wurden die Lastwagen nur für rund die Hälfte der deutschen Bundesländer bewilligt.

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte den Beschluss des deutschen Bundeskabinetts. Die „Öko-Laster“ könnten rund ein Drittel mehr Güter transportieren, was auch zu einer entsprechenden Kraftsoff- und CO2-Einsparung führen würde, schreibt die VDA in einer Presseaussendung.

An dem deutschen Feldversuch werden rund 400 LKW teilnehmen, er ist vorerst auf fünf Jahre befristet.

CER Pressemitteilung
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