Studie: Internationale Ölkonzerne richten in Afrika große Schäden an

Klima & Energie

Negative Auswirkungen der Ölindustrie auf Gesundheit, Umwelt und Entwicklung.

Chatham House, ein internationaler Think Tank, hat im Auftrag des Europäischen Parlaments eine Studie erstellt, in der die Auswirkungen der Aktivitäten von Ölkonzernen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf die Umwelt, die Gesundheit und die Entwicklung der Länder analysiert wird.

Die Studie zeigt, dass die Ölkonzerne in diesen Ländern große Schäden anrichten. Ihre Aktivitäten haben nicht nur negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, sondern beeinflussen auch die Erwerbsmöglichkeiten dieser Menschen negativ.

„Corporate Social Responsibility“ (CSR), ein viel bemühtes Schlagwort, mit dem sich Unternehmen immer wieder um das Wohlwollen ihrer KonsumentInnen bemühen, dürfte auch in diesen Ländern von internationalen Konzernen mehr „Greenwash“ als echtes Engagement sein.

Die StudienautorInnen kritisieren, dass es sich bei den CSR-Aktivitäten der Ölkonzerne vor allem um kurzfristige Einzelprojekte handeln würde, die Bevölkerung in diese Aktivitäten nicht eingebunden wird, und Anforderungen an die Rechenschaftspflicht und Transparenz entweder unzureichend sind oder nicht umgesetzt werden.

Auch der fehlende politische Wille in den Gastländern, nationale Gesetze zum Schutz der Umwelt und der Menschen zu erlassen beziehungsweise durchzusetzen, sei ein Problem, schreiben die StudienautorInnen. Die Verantwortung der Europäischen Union im Zusammenhang mit diesen Problemen wird betont, da die EU große Mengen Öl aus den Ländern der afrikanischen Subsahara importiert.
Die Studie steht online auf der Webseite des Europäischen Parlaments gratis als Download zur Verfügung.

Pressemitteilung Chatham House (en)
Studie: The Effects of Oil Companies Activities on the Environment, Health and Development in sub-Saharan Africa (en)