Studie: Jedes Jahr verliert die Antarktis mehr als zehn Milliarden Tonnen Eis

Klima & Energie

Satellitenaufnahmen dokumentieren enorme Eisverluste.

Französische und amerikanische WissenschafterInnen dokumentierten in einer neuen Studie, dass der Verlust der Eisflächen in der Antarktis rasant voranschreitet.

Die WissenschafterInnen untersuchten die Eisschmelze einer Gruppe von Gletschern in der Antarktis, deren Schelfeis bereits geschmolzen war. Schelfeis ist eine große, auf dem Meer schwimmende Platte, die fest mit dem Gletscher am Land verbunden ist. Die WissenschafterInnen konnten in ihrer Studie nachweisen, dass Gletscher rasch schmelzen, wenn ihr Schelfeis einmal verschwunden ist.

Die WissenschafterInnen konzentrierten sich in ihrer Studie auf die geschmolzenen Schelfeisplatten „Larsen A“ und „Larsen B“ der Gletscher Hektoria, Green, Evans, Punchbowl, Jorum and Crane sowie des Gletschers Drygalski. Untersuchungszeitraum waren die Jahre 2001 bis 2009.

Das Ergebnis: In den Jahren 2001 bis 2006 verloren die Gletscher mindestens 11,2 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr. Ab 2006 betrug der Verlust durch Eisschmelze im Durchschnitt jährlich 10,2 Milliarden Tonnen.

Die WissenschafterInnen produzierten mit Hilfe von Satellitenaufnahmen der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA und der französischen Raumfahrtagentur CNES detaillierte Landkarten über den Verlust des Eises der untersuchten Gletscher.
Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Glaciology veröffentlicht. Der Artikel “2001–2009 elevation and mass losses in the Larsen A and B embayments, Antarctic Peninsula” steht Lesern online gratis zur Verfügung.

ClickGreen: Polar study finds Antarctica loses 10.2 billion tons of ice each year.
Journal of Glaciology - Artikel
Wikipedia - Schelfeis