Studie: Meeresschildkröten im Atlantik stark vergiftet

Natur & Biodiversität, Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

US-WissenschafterInnen weisen starke Vergiftung mit Chemikalien und Pestiziden im Blut von wandernden Meeresschildkröten nach.

Die Unechte Karettschildkröte ist eine der bekanntesten Arten von Meeresschildkröten. Die Art ist von Aussterben bedroht und steht auf der Artenschutz-Liste des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens.
US-WissenschafterInnen untersuchten das Blut von 19 männlichen, in den Jahren 2006 und 2007 vor der Küste Floridas gefangenen Unechten Karettschildkröten und verfolgten anschließend mit Hilfe von Sensoren während der folgenden zwei Monate ihre Wanderung im Atlantik.

Einige Schildkröten schwammen die Antlantikküste hinauf, andere hielten sich während der nächsten zwei Monate vor der Küste Floridas auf.

Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Environmental Toxicology and Chemistry“ veröffentlicht. Die AutorInnen konnten nachweisen, so die New York Times in ihrer Berichterstattung über die Studie, dass die wandernden Schildkröten viel mehr Rückstände an giftigen Chemikalien und Pestiziden im Blut hatten als ihre nicht-wandernden Artgenossen.

Ein möglicher Grund für die höhere Vergiftung der wandernden Schildkröten könnte sein, dass die Fische im nördlichen Atlantik, welche den Schildkröten als Nahrung dienen, mehr vergiftet sind als die Fische vor der Küste von Florida. Als weiteren möglichen Grund gaben die WissenschafterInnen an, dass wandernde Schildkröten generell mehr Nahrung zu sich nehmen und auch größer sind als ihre nicht-wandernden männlichen Artgenossen, und sie deshalb stärker vergiftet sind.

NY Times: Migrating Sea Turtles Pick Up More Pollution (en)
Studie (kostenpflichtig, en)
Wikipedia: Unechte Karettschildkröte