Studie MELISSA 2009-2012: Gesamtsicht zur Bienengesundheit in Österreich
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)präsentierte am Freitag, dem 16. März 2012, den Abschlussbericht des Forschungsprojektes „MELISSA 2009-2111“, das den möglichen Zusammenhang zwischen Bienenkrankheiten und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wissenschaftlich untersuchte. Die WissenschafterInnen konzentrierten sich in ihrer Studie auf die Mais-, Raps-, und Kürbisanbaugebiete in Österreich. Das Resultat ist ein „umfassender Anforderungs- und Auflagenkatalog für die Vermarktung und Ausbringung von insektizid-gebeiztem Saatgut“.Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass ein „unbestrittener Zusammenhang“ zwischen dem Bienensterben und Pestiziden besteht: Durch umfangreiche Maßnahmen – darunter auch ein partielles Anbauverbot – konnte laut AGES eine “signifikante Reduktion“ des Bienensterbens erreicht werden.
Die StudienautorInnen betonen, dass zur Bekämpfung des sogenannten Maiswurzelbohrers die Fruchtfolge – und nicht der Einsatz von Pestiziden - „vorrangig zielführend“ ist. Pflanzenschutzmittel werden nur als „zusätzliche“ Maßnahme genannt.
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 kritisiert die in der Studie empfohlenen Maßnahmen als „unzureichend“. Vor allem der erlaubte Einsatz von Pestiziden, die der Gruppe der Neonicotinoide angehören, wird kritisiert. Diese seien wegen ihrer Toxizität in vielen anderen Ländern - darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien – längst verboten, berichtet Global 2000.