Studie: TTIP kostet Österreich Arbeitsplätze und beschleunigt Bauernsterben

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Das US-europäische Freihandelsabkommen TTIP würde sich in Summe negativ auf den heimischen Arbeitsmarkt auswirken. Zu den stärksten Verlusten käme es in der Landwirtschaft und im Nahrungsmittelsektor. So lautet das Ergebnis einer umfassenden Studie zu den Beschäftigungseffekten von TTIP in Österreich, die am 13. April 2016 in Wien präsentiert wurde.

Die vom Institut für Höhere Studien (IHS) und der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) durchgeführte Studie wurde im Auftrag von Spar, Bio Austria, NÖM und Greenpeace erstellt und sieht vor allem die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft bedroht.

Am stärksten betroffen wären Betriebe bis zu 20 Hektar, was der durchschnittlichen österreichischen Bauernhofgröße entspricht. Insgesamt könnte TTIP den österreichischen Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor über 4.600 Jobs kosten.

Zunehmende Konkurrenz mit Dumpingprodukten würde auch Qualitätsproduzenten wie Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern unter Preisdruck bringen. Denn eine steigende Preisdifferenz zwischen importierten Billigprodukten und Qualitätsprodukten würde laut Studienergebnissen die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen.

„Durch TTIP wird der mit niedrigeren ökologischen Standards produzierenden US-Wirtschaft Tür und Tor geöffnet. Die Studie belegt, dass damit vor allem in der Landwirtschaft in erheblichem Maß Arbeitsplätze verloren gehen könnten,“ sagt Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. Er fordert Landwirtschaftsminister Rupprechter dazu auf, einen Regierungsbeschluss herbeizuführen, mit dem Österreich für eine sofortige Ausklammerung aller landwirtschaftlichen Bereiche aus den TTIP-Verhandlungen eintritt. Daneben müssten dem Abkommen auch andere „Giftzähne“ – vor allem Sonderklagerechte für Konzerne und die regulatorische Kooperation – gezogen werden. „Bei TTIP gibt es für die Bäuerinnen und Bauern und für die Umwelt nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren“, sagt Egit.

Kurzfassung der Studie (Die Langfassung wurde noch nicht veröffentlicht)
Bio Austria Pressemitteilung