Studie zu Folgekosten des Autoverkehrs
Verkehr & Luft & Industrie
Jedes in der EU angemeldete Auto verursacht jährlich durchschnittlich 1.600 Euro an Kosten, die von der Gesellschaft getragen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität Dresden.Die im Auftrag der Grünen im Europäischen Parlament durchgeführte Studie berücksichtigt auch Unfalldaten, Schadstoff- und CO2-Werte sowie Lärmkarten aus anderen wissenschaftlichen Untersuchungen. Die zusätzlichen Kosten würden demnach hauptsächlich durch Lärm, Umweltverschmutzung oder Unfälle erzeugt. Als externe Effekte müssten sie von anderen Bürgern, anderen Regionen oder zukünftigen Generationen getragen werden. Zwar bezahlten Autofahrer ihren Wagen und laufende Kosten, doch im EU-Schnitt müsse jeder Bürger 750 Euro pro Jahr zuschießen.
Laut der Studie gibt es in den EU-Staaten circa 230 Millionen Autos. Insgesamt entstünden der Gesellschaft dadurch Extrakosten von 370 Milliarden Euro im Jahr. In Deutschland betrügen die zusätzlichen Kosten für die Gesellschaft pro Auto und Jahr mehr als 2.000 Euro. Deshalb raten die AutorInnen der Studie zu Preissignalen für AutofahrerInnen, um den Autoverkehr in Europa zu verringern.
Langfristig sollten außerdem die zusätzlichen Kosten miteinbezogen werden. Auch Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, fordert, die wahren Kosten des Verkehrs zu berücksichtigen: „Die EU hat die Internalisierung der externen Kosten als offizielles Ziel ausgegeben und mit großer Mehrheit in Parlament und Rat bestätigt. Nun müssen konkrete Schritte folgen." [DNR]
Studie (pdf)
Stellungnahme Michael Cramer
DNR: Studie zu Folgekosten des Autoverkehrs