taz: „Der Hintern der Welt“ - Klimawandel in Indonesien

Natur & Biodiversität

Staaten und Unternehmen kaufen sich durch die Finanzierung von zweifelhaften Waldschutzprojekten von ihren umweltzerstörerischen Praktiken frei.

„Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (REDD+) steht für die Verringerung von Emissionen aus Abholzung und zerstörerischer Waldnutzung. Staaten und Unternehmen erwerben das Recht zum CO2-Ausstoß, indem sie Waldschutzprojekte finanzieren. Die „taz“ recherchierte jetzt, wie es mit diesen Waldschutzprojekten in Wirklichkeit ausschaut.

In Zentralkalimantan, dem indonesischen Teil der Insel Borneo, wurde jahrzehntelang die Umwelt verschmutzt. Die Flüsse werden durch die Abwässer von Goldminen vergiftet. Nur noch 4-6 Prozent der Wälder sind laut taz Primärwälder. Holzfirmen, Minen und Palmölanlagen haben den Lebensraum der indigenen Völker ruiniert.

Diese sollen jetzt dafür bezahlt werden, dass sie sich um die Wiederaufforstung der Wälder kümmern. Wie die taz jedoch recherchieren konnte, sind diese „Waldschutzprojekte“ nicht sehr erfolgreich. Es werden Bäume angepflanzt, die für diese Region nicht geeignet sind, und nur zehn Prozent der Bäume überleben. Auch wird die weitere Abforstung in dieser Region nicht gestoppt. Die Bevölkerung wird über das Projekt nicht richtig informiert, nicht gut geschult, und schlecht für ihre Arbeit bezahlt.

Auch die Sinnhaftigkeit des Projektes wird angezweifelt, berichtet die taz: „Warum müssen wir überhaupt dafür sorgen, dass die Australier sich von ihren Umweltsünden reinwaschen?“ fragt ein Einheimischer, „Katunjung gehört doch nicht zu Australien. Das ist, als würden die auf Toilette gehen und wir müssten ihnen den Hintern abwischen“.

taz: Der Hintern der Welt