taz: Holzplünderung in Madagaskar

Natur & Biodiversität

„Skrupellose Geschäftemacher mit politischen Connections plündern Madagaskars Tier- und Pflanzenwelt. Die verarmte Bevölkerung macht mit.“ Der Journalist Francois Misser untersucht in seinem Artikel für die „taz“ die illegalen Waldrodungen und den Schmuggel des Holzes, das oft nach Asien exportiert wird.

Rosenholz steht auf der Liste der gefährdeten Pflanzenarten, der Export aus Madagaskar ist verboten. Aber allein im Juni wurden aus Madagaskar 79 Container Rosenholz nach China verschifft, berichtet Misser, die einen Wert von 16 Millionen Dollar hätten. „Im gesamten Jahr 2009, dem Jahr des Militärputsches, der Madagaskars amtierenden Staatschef Andry Rajeolina an die Macht brachte, wurden aus dem Hafen Vohemar Rosenholzbestände im Wert von 130 Millionen Dollar ausgeführt. Die nahen Nationalparks von Masoala und Mananara im Nordosten Madagaskars werden regelrecht ausgeplündert.“

Als der Umweltminister des Landes im April einen mit dem Präsidenten des Landes befreundeten Geschäftsmann für die illegalen Rodungen mitverantwortlich machte, wurde er umgehend seines Amtes enthoben, schreibt Misser.

Auch die Mangrovenwälder im Süden des Landes, eine der letzten unberührten Ökosysteme der Erde, wohin sich unzählige Fisch- und Krebsarten zurückziehen, würden geplündert, schreibt Misser in der „taz“. „Im Dorf Beheloka, 250 Kilometer südlich von Tulear, ist ein Waldgebiet, das 67 Vogelarten barg, komplett verschwunden. Jetzt ist die Küste bereits um 200 Meter inland gewandert.“

taz: Ein Paradies wird geplündert