Testbiotech: Deutsche Behörden im Interessenskonflikt bei Agro-Gentechnik

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Schwere Vorwürfe gegen die deutschen Behörden erhebt der Verein Testbiotech. Die Gentechnik- und Lebensmittelindustrie würde die Behörden und die Risikoforschung zu Themen der Agro-Gentechnik und Lebensmittelsicherheit in Deutschland laut Testbiotech beeinflussen, berichtet die Internet-Plattform „Genfood? Nein Danke!“

Testbiotech zeichnet in einem Bericht mit dem Titel „Langer Arm der Industrie“ die Verbindungen mehrerer Mitarbeiter von Behörden und Institutionen zu Gentechnik-Unternehmen und Lobbyverbänden nach. „Die vielfältigen Verflechtungen weisen darauf hin, dass die Industrie systematisch Einfluss auf Behörden, Forschung und Risikobewertung nimmt“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Dabei scheint sich die Bundesregierung auf den Standpunkt zu stellen, dass man Interessenkonflikte am besten einfach leugnet.“

Bereits in den Jahren 2012 und 2013 veröffentlichte Testbiotech Berichte, die aufzeigen, „welche Mitglieder einschlägiger Institutionen etwa in der industrienahen Organisation ILSI mitarbeiten oder für die Industrie geforscht hatten“, schreibt „Genfood? Nein Danke!“. Das jetzt vorgestellte Update würde zeigen, dass sich seither, abgesehen von der üblichen Fluktuation, wenig verändert hat.

„Die beschriebenen Netzwerke nehmen Einfluss auf die Forschungspolitik, die Risikoforschung, die Durchführung von Forschungsprojekten, die Entscheidungsfindung in der Politik und die öffentliche Meinung. Gleichzeitig hat der Einfluss der Industrie über Drittmittel-Projekte auch an den Universitäten in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen“, kritisiert Testbiotech.

Genfood? Nein Danke!: Interessenskonflikte bei Behörden: Die Bundesregierung ignoriert den Filz
Testbiotech: Langer Arm der Industrie