Tierschutz-Bericht: Illegal gefangene Wildtiere in EU gehandelt
Die Europäische Union ist noch immer eine der wichtigsten Drehscheiben und Zielländer für Wildtiere, die aus Lateinamerika, Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Ozeanien „gestohlen“ wurden, erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Damit bezieht sich die Organisation auf einen von Pro Wildlife, Humane Society International (HSI) und International Fund for Animal Welfare (IFAW) in der Vorwoche veröffentlichten Bericht. In dem Report unter dem Titel „Stolen Wildlife: The EU – a destination for wildlife traffickers" wird die „europäische Komplizenschaft“ im illegalen Wildtierhandel thematisiert. Manche EU-Bürger*innen seien dem Bericht zufolge nicht nur in den Schmuggel von national geschützten Wildtieren verwickelt, sondern sie erhielten darüber hinaus durch ihre Käufe auch den Markt für diese seltenen Tiere aufrecht.
Den Organisationen zufolge ist die Europäische Union einer der größten Importeure von Tieren, die für den Handel mit exotischen Heimtieren bestimmt sind. Jedoch werde bislang lediglich ein kleiner Teil der gehandelten Arten durch internationale oder innerhalb der EU geltende Vorschriften geschützt. Zahlreiche der im Handel befindlichen Arten, welche in Nicht-EU-Ländern durch nationale Rechtsvorschriften geschützt sind, wurden jedoch in freier Wildbahn gefangen und unter Verstoß gegen das nationale Recht des Herkunftslandes exportiert, wie beispielsweise die philippinische Segelechse oder Glasfrösche aus Lateinamerika. Diese würden für hohe Preise und oft über Kanäle im Internet gehandelt.
Deutscher Tierschutzbund: „Katastrophaler Verlust der Biodiversität“
Die Tierschutzverbände kritisieren, dass der illegale Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen, sowohl online als auch auf den physischen Märkten, immer mehr auf seltene Wildtierarten abziele, welche nicht durch EU-Recht geschützt sind. Auf diese Weise trage der illegale Handel zum katastrophalen Verlust der biologischen Vielfalt weltweit bei. Wer illegal gehandelte Tiere und Pflanzen kauft, verstärke schließlich auch den Verlust der Biodiversität weltweit, betonen die NGOs.
Zugleich begrüßt der Deutsche Tierschutzbund die jüngsten EFSA-Veröffentlichungen zum Tierschutz bei Tiertransporten. Demnach das die Anfang September (EU-News 08.09.2022) von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) präsentierte Gutachten zur Überarbeitung der EU-Tierschutztransportverordnung positiv. Neben den „vielen guten Verbesserungsvorschlägen“ gebe es jedoch auch Versäumnisse. „Bei Rindern und Schweinen hätte die EFSA eine maximale Transportdauer empfehlen müssen. Der Hinweis, Transporte sollten ´möglichst kurz´ sein, ist unkonkret und unzureichend“, kommentierte Frigga Wirths, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. Zudem fehle eine Empfehlung für ein Verbot von Schiffstransporten, Wirths.
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