Tschechien sucht Atommüll-Endlager

29. März 18

Tschechien sucht nach einem Atommüll-Endlager und prüft dabei auch Standorte in der Nähe von Österreich. Derzeit werden die Umgebung der Atomkraftwerke in Dukovany sowie Temelin sowie sieben weitere Standorte als mögliche Endlager untersucht, in denen atomarer Müll für mindestens 800.000 Jahre gelagert werden soll. Es wurden Informationsveranstaltungen für Gemeinden bei Dukovany für den 18. April angekündigt, in Temelin für den 23. April. In Österreich regt sich dagegen Widerstand. Ober- und Niederösterreich kündigten an, „alle rechtlichen Möglichkeiten zur Vermeidung negativer Auswirkungen auf Österreich durch ein grenznahes Atommülllager ergreifen und ausschöpfen zu wollen.“ Auch die Bevölkerung wird aktiv: Das Freistädter Anti Atom Komitee (AKK) ruft zu einer Online-Petition auf, um damit auch die Bundesregierung davon zu überzeugen, grenznahe Lager zu verhindern.

Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee (AKK) weißt in dem Zusammenhang auch auf die Veränderbarkeit nationaler Zuständigkeiten in Hinblick auf die Zeitnotwendigkeiten der Atommülllager hin: „Wir fordern auch Antworten auf Fragen ein, wie weit ein einzelnes Land das Recht hat, derartige Bedrohungen zu schaffen, die irreversibel sind und Jahrhunderttausende über die Verantwortlichkeit dieses Landes und dieser Politiker hinausgehen. Wer weiß, wie Europa in 1000 Jahren aussehen wird, wer trägt dann die Verantwortung für diese Erblast?“

Auch für den Energiesprecher der niederösterreichischen SPÖ zeigt sich in der unlösbaren Atommüllproblematik die Gefahren dieser Form der Energiegewinnung: „Österreich und die österreichische Bevölkerung haben sich seit Langem klar gegen jede Form von Atomenergie ausgesprochen. Die Menschen in der Region lehnen ein solches Atommüllendlager klar ab. Atomenergie kann und wird niemals sicher sein! Daher muss es letztendlich auch einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie geben. Denn es geht nicht nur von den in Betrieb befindlichen Anlagen laufend Gefahr aus, sondern die Atommülllager sind eine schwere Hypothek für die Zukunft. Noch zig Generationen werden sich mit dem radioaktiven Müll beschäftigen müssen, der heute angehäuft wird. Die Zukunft kann daher nur in der Förderung und Gewinnung von erneuerbaren Energien liegen, und nicht in der Atomkraft.“

 

Petition

GLOBAL 2000 warnt vor ersten Schritten zu Atommüll-Endlager in Dukovany

orf.at: Studie zu Atommüll-Endlager präsentiert

OÖN: Freistädter Internet-Kampagne gegen Atommüll-Lager

Pressemitteilung SPÖ Niederösterreich