TV-Duelle vor Europawahlen: Uneinigkeit beim Klimaschutz
9. Mai 2019
In den ORF-Konfrontationen zur EU-Wahl widmeten sich die KandidatInnen einem breiten Themenspektrum. Im ersten Teil von insgesamt 15 Duellen der SpitzenkandidatInnen der sechs Parlamentsparteien gab es sowohl Angriffe als auch teils überraschende Sympathiebekundungen zu sehen.
Beim Duell zischen dem grünen Spitzenkandidaten Werner Kogler und dem von der Liste Jetzt unterstützten Johannes Voggenhuber ging es vor allem um Klima- und Umweltschutz. So reklamierte Kogler „Engagement und Glaubwürdigkeit“ bei diesen Themen für seine Partei - und sein früherer Parteikollege Voggenhuber konterte: „Ich kämpfe seit 40 Jahren für die Umwelt und habe viele Erfolge errungen.“
Nicht um die von Kogler oft scharf kritisierte rechtspopulistische Ideologie, sondern um Klimaschutz und Atomkraft ging es in seinem Duell mit Harald Vilimsky (FPÖ). Dabei wurde unter anderem darum gestritten, wer der größere Tierschützer ist. Vilimsky beanspruchte dies für sich, während Kogler den Grünen EU-Abgeordneten Thomas Waitz als „den Tierschutzexperten“ im Europaparlament vorbrachte. Ein ähnliches Match zum Thema Atomkraft endete mit der Aufforderung Koglers, man sollte doch gemeinsam zum slowakische AKW Mochovce fahren und dort die Einfahrt blockieren.
Eine Tag zuvor diskutierten in der ARD-Wahlarena Manfred Weber, der Spitzenkandidat der Fraktion der Europäischen Volkspartei und Frans Timmermans, jener der Europäischen Sozialdemokraten. Dort dominierte die Umweltpolitik das Duell. Während sich der Sozialdemokrat Timmermans für eine CO₂-Steuer aussprach, war der Christdemokrat Weber klar dagegen. Daneben gab es viele Übereinstimmungen, so etwa bei höheren Steuern für Digitalkonzerne und einer paritätischen Besetzung der neuen EU-Kommission.
Süddeutsche Zeitung: Umweltfokus in der Wahlarena
Tiroler Tageszeitung: EU-Wahl: ORF-Konfrontationen mit vielen Themen und einigen Angriffen