Überfischung: EU verbietet industriellen Thunfischfang bis Jahresende

Natur & Biodiversität

Als Folge der massiven Überfischung der Thunfischbestände im Mittelmeer und im östlichen Atlantik hat die EU-Kommission entschieden, den industriellen Fang bis Jahresende zu verbieten.

Da die Mitgliedstaaten ihre jährlichen Quoten bereits nach der Hälfte der vierwöchigen Fangsaison erfüllt hatten, stoppte die für Fischerei zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki den industriellen Fang des Roten Thun. Das Fangverbot ist mit 16. Juni in Kraft getreten (für spanische Schiffe am 23. Juni) und betrifft nur die Ringwadenfischerei, bei der ein Netz ringförmig um einen Fischschschwarm ausgelegt wird. Auf diese Weise werden mehr als 70 % des Gesamtthunfischfangs in europäischen Gewässern gefangen. Im Juni, also am Höhepunkt der Saison, können damit an nur drei Tagen 10 % der gesamten EU-Jahresquote gefangen werden.

Die Entscheidung Damanakis basiert auf Daten der Europäischen Fischereiaufsichtsagentur und der Internationalen Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT), die eine Überfischung der Bestände angezeigt haben. Greenpeace begrüßt die Entscheidung der Kommission, bekräftigt aber, dass die Thunfischsaison wegen der dezimierten Bestände gar nicht erst starten hätte dürfen.

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Presseaussendung der Kommission