Umfrage: Wachsender Optimismus für Zukunft der EU
Ein Jahr nach der Volksabstimmung im Vereinigten Königreich schätzt eine wachsende Mehrheit der EU-BürgerInnen die Zukunft der Europäischen Union positiv ein. Auch die EuropäerInnen, welche die Wirtschaftslage ihres Landes optimistisch beurteilen, sind inzwischen fast in der Mehrzahl. Das Vertrauen in die Europäische Union wächst – es ist auf dem höchsten Stand seit 2010, außerdem ist die Unterstützung für den Euro so hoch wie seit 2004 nicht mehr. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Standard-Eurobarometer-Umfrage.
Eine Mehrheit der Europäerinnen und Europäer (56 %) äußert sich optimistisch über die Zukunft der EU – ein Anstieg von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Herbst 2016. Der deutlichste Anstieg ist in Frankreich (55 %, +14 Punkte seit Herbst letzten Jahres), Dänemark (70 %, +13 Punkte) und Portugal (64 %, +10 Punkte) zu verzeichnen.
Das Vertrauen in die EU nimmt weiter zu und liegt derzeit bei 42 % (gegenüber 36 % im Herbst 2016 und 32 % im Herbst 2015). Am stärksten hat es in Frankreich (41 %, +15 Punkte), Dänemark (56 %, +11 Punkte) und Estland (55 %, +11 Punkte) zugenommen. Auch in Deutschland stieg es um zehn Punkte auf 47 %. In Österreich liegt das Vertrauen in die EU mit 42 % genau im EU-Schnitt.
Nahezu die Hälfte der EuropäerInnen hält die gegenwärtige wirtschaftliche Lage ihres Landes für „gut“ (46 %, +5 Prozentpunkte seit Herbst 2016), in Österreich sind es 68 % (+9 Punkte). Ihr Anteil hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht (+20 Punkte seit Frühjahr 2013, +26 Punkte seit Frühjahr 2009).
Auch wenn es weiterhin große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten gibt, gewinnt doch die zuversichtliche Einschätzung der nationalen Wirtschaftslage in 22 Mitgliedstaaten an Boden, insbesondere in Finnland (59 %, +19 Punkte), Portugal (33 %, +18 Punkte), Belgien (60 %, +11 Punkte) und Ungarn (41 %, +11 Punkte).
Der Terrorismus steht jetzt ganz oben auf der Liste der Herausforderungen, mit denen die EU nach Auffassung der BürgerInnen derzeit konfrontiert wird (44 %, +12 Prozentpunkte seit Herbst 2016). Die Zuwanderung, die seit Frühjahr 2015 als eine der problematischsten Fragen genannt wurde, wird jetzt am zweithäufigsten genannt (38 %, -7 Punkte). Erst mit großem Abstand folgen die Themen Wirtschaftslage(18 %, -2 Punkte), öffentliche Finanzen der Mitgliedstaaten (17 %, unverändert) und Arbeitslosigkeit (15 %, -1 Punkt). Der Terrorismus ist in 21 Mitgliedstaaten der größte Anlass zur Sorge, im Herbst 2016 war das nur in einem Land der Fall. Terrorismus und Zuwanderung werden in allen Ländern außer Portugal und Schweden als größte Herausforderungen genannt. In Österreich wurden Terrorismus (44 %) und Einwanderung (38 %) als größte Herausforderungen für die EU angegeben. Das Thema Umwelt ist nur für 6 % der EU-BürgerInnen sowie 7 % der ÖsterreicherInnen sehr wichtig.
Auf nationaler Ebene sind die wichtigsten Anliegen weiterhin Arbeitslosigkeit (29 %, -2 Punkte) und Zuwanderung (22 %, -4 Punkte), wobei allerdings in beiden Fällen die Nennungen rückläufig sind. Gesundheit und soziale Sicherheit stehen jetzt an dritter Stelle (20 %, +2 Punkte), gefolgt von Terrorismus, der jetzt deutlich häufiger genannt wird (19 %, +5 Punkte). Die wirtschaftliche Lage, die im Herbst 2011 auf nationaler Ebene den meisten Anlass zur Sorge gab, steht jetzt an fünfter Stelle (16 %, -3 Punkte). Umwelt und Klima werden hingegen nur von 7 % der EuropäerInnen sowie 10 % der ÖsterreicherInnen als große Herausforderung gesehen.