Umweltausschuss des EU-Parlaments stimmt für Sanierung des Emissionshandels

Klima & Energie

Am Dienstag, 19. Februar 2013, hat sich der Umweltausschuss des EU-Parlaments mehrheitlich für den Vorschlag der EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard zur Sanierung des europäischen CO2-Emissionshandels (ETS) ausgesprochen. Durch das sogenannte Backloading sollen kurzfristig 900 Millionen Emissionszertifikate vom Markt genommen werden, um die Preisstabilität wieder herzustellen.

Umweltverbände begrüßten den Beschluss des EU-Parlaments grundsätzlich, kritisierten die Maßnahme aber als nicht weitreichend genug. Diese würde die großen Probleme mit dem Emissionshandelssystem nicht lösen, kritisiert Johannes Wahlmüller von Global 2000. „Das größte Problem ist derzeit die gewaltige Menge an Überschusszertifikaten, die den CO2-Preis in den Keller drückte - zuletzt kostete die Emission einer Tonne CO2 nur noch knapp über 4 Euro, was jeden Anreiz nimmt Klimaschutzmaßnahmen zu setzen. Die Folge: In Europa laufen Kohlekraftwerke auf Hochtouren, während Alternativen unattraktiv bleiben. Ein Preis von 30 Euro pro Tonne wäre notwendig, damit Kohlekraftwerke beginnen an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Der jetzige Vorschlag, die selbe Menge CO2-Zertifikate nur um ein paar Jahre später zu versteigern, wird damit praktisch kaum Auswirkungen haben“, kritisiert Wahlmüller. [DNR, ih]

DNR: EU-Umweltausschuss stimmt für Sanierung des Emissionshandels
Pressemitteilung des EU-Umweltausschusses (eng)
GLOBAL 2000 - Studie zum Emissionshandel in Österreich