Umweltbundesamt: Emissionstrends 1990-2014
Das Umweltbundesamt hat einen Trendbericht über die Entwicklung der Luftschadstoffemissionen in Österreich und deren Verursacher veröffentlicht. Die Emissionsdaten der Ozonvorläufersubstanzen, versauernd und überdüngend wirkenden Luftschadstoffe, Schwermetalle, persistenten organischen Schadstoffe (POPs) sowie von Staub und Treibhausgasen werden analysiert und Umweltzielen gegenübergestellt.
Grundlage für diesen Bericht sind die aktuellen Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI), die jährlich vom Umweltbundesamt erstellt wird. Der aktuelle Bericht umfasst die Emissionen der Jahre 1990 bis 2014.
Der maximale Ausstoß von Schwefeldioxid (SO2), Stickoxiden (NOx), Ammoniak (NH3) und organischen Verbindungen ohne Methan (NMVOC) ist in allen EU Mitgliedstaaten seit 2010 verbindlich limitiert. Im langjährigen Trend konnten diese Schadstoffe in Österreich um bis zu 78% reduziert werden. Im Jahr 2014 werden bei SO2 und NMVOC die Höchstmengen unterschritten, bei NH3 werden sie um 1,4% überschritten. Die NOx-Emissionen liegen trotz sinkendem Trend um 26% über dem zulässigen Höchstwert.
Hauptverantwortlich für diese Überschreitung sind die hohen Emissionen dieselbetriebener Fahrzeuge im Straßenverkehr. Neben dem hohen Anteil an Diesel-Pkw in Österreich und der gestiegenen Fahrleistungen ist die mangelnde Wirksamkeit der EU-Abgasgesetzgebung für das nach wie vor hohe Emissionsniveau als Ursache zu nennen: Die NOx-Emissionen von Diesel-Pkw und leichten Nutzfahrzeugen übersteigen im Realbetrieb die gesetzlich zugelassenen Werte laut Typenprüfzyklus deutlich.
Die Staubemissionen (Total Suspended Particulates, TSP) konnten von 1990 bis 2014 um 11% reduziert werden. Im Jahr 2014 lagen diese bei 55.300 Tonnen. 31.400 Tonnen wurden als Feinstaub (PM10) emittiert und 16.600 Tonnen als Feinststaub (PM2,5). Von 2013 auf 2014 konnten die TSP-Emissionen um 2,0%, die PM10-Emissionen um 4,2 % und die PM2,5-Emissionen um 8,1% reduziert werden. Im langjährigen Trend sind diese Abnahmen auf Maßnahmen wie Partikelfilter bei Kfz, Erneuerung von Heizkesseln, die verstärkte Anbindung an das öffentliche Erdgas- und Fernwärmenetz und die Installation von Abgas- und Entstaubungsanlagen in der Industrie , kurzfristig auf die milde Witterung in den Wintermonaten des Jahres 2014 zurückzuführen.
Die Schwermetallemissionen gingen seit dem Jahr 1990 um bis zu 93% zurück. Von 2013 auf 2014 kam es zu einem Rückgang der Cadmium-Emissionen um 5,3%, bei den Quecksilber-Emissionen um 5,6% und bei den Blei-Emissionen um 4,3%. Für diesen Rückgang ist vor allem der geringere Heizbedarf durch den milden Winter verantwortlich. Im langjährigen Trend trug das Verbot von bleihaltigem Benzin entscheidend zu diesem starken Rückgang bei.
Bei den Persistenten Organischen Schadstoffen (POPs) sind die Emissionen der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) seit den 1990er-Jahren unter anderem durch Verbote und Beschränkungen um 70% gesunken, jene der Dioxine und Furane um 80%.
Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sind von 2013 auf 2014 um 4,7% gesunken. Mit 76,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent lagen die Emissionen für 2014 damit unter dem Wert von 1990. Ausschlaggebend für diesen Rückgang war neben Steigerungen der Energieeffizienz und dem vermehrten Einsatz Erneuerbarer Energie die außergewöhnlich milde Witterung.
Der Trendbericht basiert auf Daten der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur, die das Umweltbundesamt jährlich erstellt. Die ExpertInnen berechnen und dokumentieren darin die Entwicklung aller Treibhausgase und Luftschadstoffe, über die gemäß gesetzlicher Regelungen und völkerrechtlich bindender Übereinkommen zu berichten ist. Die Daten dienen als Grundlage für die offiziellen Berichte an die Klimarahmenkonvention, die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa sowie die Europäische Union und für die Entwicklung von Maßnahmen in Österreich und Europa.