Umweltbundesamt-Studie zur Fahrzeug-Typgenehmigung in der EU
Das Umweltbundesamt analysierte im Auftrag des Europäischen Parlaments Ursachen für die Diskrepanz bei den Stickoxidemissionen zwischen Fahrzeug-Typgenehmigung und realem Fahrbetrieb.
Die ExpertInnen prüften die rechtlichen Möglichkeiten unterschiedlicher Interessensvertretungen, Abgasmessungen für die EU-weite Typgenehmigung durchzuführen. Zusätzlich gibt die Studie Einblicke in die praktische Umsetzung von Typgenehmigungsverfahren in der Europäischen Union und enthält Empfehlungen, wie Rechtsvorschriften und Verfahren verbessert werden können.
Damit Vorschriften harmoniert und Interessenskonflikte überwunden werden können, bedarf es einer Straffung der hoch komplexen bestehenden Gesetze und Regelungen. Nur so können Verantwortungsgebiete und Aufgaben der Mitgliedsstaaten, der Typgenehmigungsbehörden, der Hersteller und der technischen Dienste klar festgelegt werden, berichtet das Umweltbundesamt.
Ab dem Jahr 2017 erfolgt der Umstieg vom NEDC (New European Driving Cycle, Neuer Europäischer Fahrzyklus) auf den WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure, Weltweit harmonisierter Prüfzyklus für leichte Nutzfahrzeuge). Die Studie kommt in Bezug auf diesen Umstieg zu dem Schluss, dass für die Rahmenbedingungen bei Abgastests genaue Angaben und geeignete Definitionen entscheidend sind, die dem realen Fahrbetrieb entsprechen.
Weitere Empfehlungen betreffen die Transparenz der Testergebnisse, die Testanordnung und die Unabhängigkeit jener Körperschaften und Testlabors, welche die Überprüfungen durchführen. Klare EU-weite Sanktionen für Hersteller, die Abgasregelungen nicht einhalten, sollen dazu führen, dass Abgassysteme bei realem Fahrbetrieb optimiert werden.
Die in englischer Sprache verfasste Studie steht als Download auf der Webseite des Umweltbundesamtes gratis zur Verfügung.
Umweltbundesamt Pressemitteilung