Umweltbundesamt: Treibhausgase 2014 - Projizierter Rückgang um 4,3 Prozent
Klima & Energie
Die österreichischen Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2014 werden gegenüber 2013 voraussichtlich um 4,3 Prozent sinken. Dies ergibt eine erste Abschätzung, die das Umweltbundesamt durchgeführt hat. Maßgebliche Einflussfaktoren für den Rückgang im Jahresvergleich waren der milde Winter sowie stark angestiegene Stromimporte. Die Treibhausgas-Inventur mit den exakten, qualitätsgesicherten Zahlen für das Jahr 2014 wird Mitte Jänner 2016 fertiggestellt und veröffentlicht.Nach der vorliegenden „Nahzeit-Abschätzung“ des Umweltbundesamtes hat Österreich im Jahr 2014 voraussichtlich 76,2 Millionen Tonnen an Treibhausgasen emittiert. Gegenüber dem Jahr 2013 stellt dies eine Reduktion um 3,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent oder 4,3 Prozent dar. Etwas mehr als die Hälfte des Rückgangs entfällt auf jene energieintensiven Industriebetriebe und Energieerzeuger in Österreich, die dem europäischen Emissionshandel unterliegen.
In der Landwirtschaft nehmen die Treibhausgas-Emissionen 2014 aufgrund steigender Milchkuhzahlen und höherem Mineraldüngereinsatz voraussichtlich weiter zu (+ 0,8 Prozent).
Die europaweiten Verpflichtungen für die Jahre 2013 bis 2020 sehen vor, die THG-Emissionen gegenüber 1990 kontinuierlich zu reduzieren. Für den Bereich Emissionshandel (Industrie, Kraftwerke) gilt europaweit ein Minus von 21 Prozent gegenüber 2005, für die anderen Verursachersektoren sind nationale Ziele vorgegeben. Für Österreich ist ab 2013 eine kontinuierliche Reduktion der THG-Emissionen vorgesehen, bis diese im Jahr 2020 um 16 Prozent unter dem Ausstoß von 2005 liegen.
Für das Jahr 2014 liegt das Ziel für die nicht im Emissionshandel erfassten Emissionen bei 52,1 Millionen Tonnen THG. Nach der vorliegenden Abschätzung lagen die Emissionen 2014 bei 48,1 Millionen Tonnen und damit 4 Millionen Tonnen unter der erlaubten Menge.
Die längerfristigen Szenarien des Umweltbundesamtes zeigen allerdings, dass deutlich erhöhte Anstrengungen notwendig sind, um bis zum Jahr 2030 in Reichweite des EU-Ziels von minus 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu kommen. Nationale Ziele stehen noch nicht fest.