Umweltdachverband: Dinosaurier-Projekt Kaunertal immer noch nicht (aus)gestorben!?
Energie, Wasser, Meere & Fischerei
Anlässlich der heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten aktualisierten Liste der Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Projects of Common Interest, PCI) im Bereich bevorrangter Ausbau der Energieinfrastruktur in Europa stellt der Umweltdachverband entsetzt fest: Das Ausbauprojekt Kraftwerk Kaunertal in den Ötztaler Alpen scheint wohl doch nicht vom Tisch!Das Projekt wird nach wie vor in der Liste geführt – und das, obwohl es die Tiroler Landesregierung vor wenigen Monaten, in Folge des verlorenen Wasserrechts an die Gemeinde Sölden, ruhend gestellt hat!
„Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich zwangsläufig die Frage, ob im Tiroler Hintergrund die Fäden für die Ausbaupläne im Kaunertal trotz Ruhendstellung munter weiter gesponnen werden – oder warum das Wirtschaftsministerium das Projekt erneut als PCI an die Kommission gemeldet hat und keine Richtigstellung durch die TIWAG erfolgte“, wundert sich Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.
„Will Tirol dieses ökologisch unverträgliche und bereits in der Vorlaufphase ökonomisch überbordende (über 64 Mio. Euro seien bereits investiert!) Dinosaurier-Projekt hinter vorgehaltener Hand erneut zum Leben erwecken, wäre dies nicht nur ein naturschutzfachlicher Skandal, sondern ein weiterer Beleg für die Konzeptlosigkeit der Tiroler Energiepolitik!“, so Maier weiter.
Fraglich bleibt zudem, ob hinter dem Vorhaben „Capacity increase of hydro-pumped storage in Austria – Kaunertal, Tyrol (AT)“ in der PCI-Liste, die ohne konkrete Projektbeschreibungen veröffentlicht wird, tatsächlich „nur“ der Ausbau des vorhandenen Speichers Kaunertal steckt oder doch die vom Projektwerber dargestellte umfassende Version des Kraftwerksausbaus Kaunertal, u. a. inklusive diverser neu zu errichtender Infrastruktur zur Energieerzeugung (z. B. Versetz, Prutz 2).