Umweltdachverband kritisiert Baustart beim Wiener Heeresspital: Gefährdung der geschützten Zieselpopulation

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Auf den Baugründen beim Wiener Heeresspital haben die Bodenabtragungen und damit Vorbereitungen für ein Bauprojekt begonnen, auf der eine bedeutende Zieselpopulation beheimatet ist, kritisiert der Umweltdachverband (UWD) in einer Pressemitteilung.

Ziesel sind eine streng geschützte Art, die sowohl auf der Roten Liste in Österreich als auch in den Anhängen II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union geführt wird. „Mit den artenschutzrechtlichen Vorschriften dieser EU-Naturschutzrichtlinie gehen Prüfpflichten einher, welche die Stadt Wien bislang nur unzureichend wahrgenommen hat, weshalb bei der Europäischen Kommission auch ein Verfahren anhängig ist“, informiert der UWD.

„Die EU-Rechtswidrigkeit liegt auf der Hand. Die Weltstadt Wien ist aufgerufen, Verfahren europarechtskonform durchzuführen, den Schutz ihrer Natura 2000-Arten sicherzustellen und sich an europarechtliche Verpflichtungen zu halten“, sagt Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes, in Reaktion auf die Maßnahmen zur Zieselvertreibung beim Heeresspital.

Die Bekämpfung der ohnehin hochgradig gefährdeten Ziesel sei alarmierend, so der UWD. „Laut FFH-Richtlinie muss alles daran gesetzt werden, ihren günstigen Erhaltungszustand wiederherzustellen. Auch im urbanen Raum sind sie daher besonders schutzwürdig und dürfen nicht einfach wie Ratten gejagt werden. Die Stadt Wien muss ihre Verantwortung für den Schutz der Tiere ernst nehmen“

Proschek-Hauptmann übt scharfe Kritik an dem Baubeginn. „Solange das Verfahren der EU-Kommission aufrecht und keine endgültige Klärung erfolgt ist, muss man damit rechnen, dass das Bauprojekt nach wie vor untersagt werden kann. Die angelaufenen Maßnahmen müssen daher unverzüglich eingestellt werden, bis die Europäische Kommission sagt, was Sache ist“.

Umweltdachverband Pressemitteilung