Umweltdachverband präsentiert Natura 2000-Schattenliste
Natur & Biodiversität
„Mit dem EU-Beitritt hat sich die Republik Österreich dazu verpflichtet, die Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Richtlinien umzusetzen und entsprechend Gebiete für das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 zu deklarieren.Doch diese vertraglichen Verpflichtungen wurden bis dato nur unzureichend erfüllt, folglich trägt unser Land in Sachen Naturschutz EU-weit die rote Laterne. Der Umweltdachverband hat deshalb in Kooperation mit ExpertInnen und mit Unterstützung der OÖ Landesumweltanwaltschaft eine Schattenliste erstellt, die zeigt, welche Gebiete von den Bundesländern nominiert werden müssen, um die europäischen Naturschutzverpflichtungen zu erfüllen.
Österreich muss jetzt rasch handeln, denn die EU-Biodiversitätsstrategie verlangt die vollständige und termingerechte Umsetzung der FFH- und VS-RL bis Ende 2012“, sagt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, bei der Präsentation der Natura 2000-Schattenliste.
Bis dato hat die Alpenrepublik 220 Gebiete mit einer Gesamtfläche von 12.548 km² - das sind ca. 14,9 % der Staatsfläche - nominiert, ein Wert, der unter dem europaweiten Durchschnitt von 17,5 % liegt. Laut EU-Kommission muss Österreich jedenfalls für sechs Lebensraumtypen in der alpinen sowie neun Lebensraumtypen und zwölf Arten in der kontinentalen Region Gebiete nachmelden.
Als Folge der unzureichenden Nominierungen leitete die EU-Kommission bereits 2008 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich ein, das zu einer Anklage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) führte.
Seither kam es zwar zu keiner Verurteilung, jedoch hat die Kommission immer wieder auf die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen Österreichs gepocht. Jetzt wird der Fall auf Basis einer Liste, die der Umweltdachverband in Kooperation mit zahlreichen ExpertInnen und mit Unterstützung der OÖ Landesumweltanwaltschaft erstellt hat, neu aufgerollt.
„Ziel unserer Studie ist es, den Sachverhalt aufzuarbeiten und profunde Nachweise für einen Nachnominierungsbedarf darzulegen. Damit soll nicht zuletzt auch eine objektive Grundlage geschaffen werden, um eine richtlinienkonforme Umsetzung von Natura 2000 in Österreich zu erwirken und damit endlich Rechtssicherheit in dieser Sache zu schaffen“, so Heilingbrunner.
Weitere Informationen zur Natura-2000 Schattenliste finden Sie auf der Webseite des Umweltdachverbandes.
Umweltdachverband Pressemitteilung
Umweltdachverband: Natura 2000-Schattenliste 2012 (pdf)