Umweltdachverband: Standardwerk „Streuobst in Österreich“ in gedruckter Form erhältlich

Die österreichische Streuobstexpertin und Mitgründerin der ARGE Streuobst Österreich, Katharina Varadi-Dianat, hat unter Mitarbeit mehrerer Kollegen und Fachexperten ein seit Jahrzehnten fehlendes Standardwerk zu Kultur, Zustand und Entwicklung des Streuobstbaus in Österreich verfasst. Durch die Finanzierung von Blühendes Österreich in Höhe von € 10.000 kann das Buch als Druckwerk vorgelegt und gestreut werden. Es kann somit in Bibliotheken an Universitäten, Fachhochschulen sowie in Büchereien und bei Fachinstitutionen im In- und Ausland verteilt werden. Autorin Katharina Varadi-Dianat hält fest, dass die vorliegende Publikation eine wichtige Lücke in der Wissensaufbereitung und -verbreitung zu Streuobstbau und -kultur in Österreich füllt. Es ist ein Ergebnis sektorenübergreifender Kooperation von Partner:innen aus Biodiversität, Landwirtschaft und Obstbau sowie Blühendes Österreich.

„Die Bedeutung von Streuobstwiesen für die Biodiversität ist offensichtlich. Dank ihrer einzigartigen Strukturvielfalt stellen sie einen Mikrokosmos dar, in dem Fauna und Flora auf verschiedenen Stockwerken miteinander leben. Die Vielfalt reicht von Siebenschläfer oder Bartfledermaus über gefährdete Wildbienen- und Schmetterlingsarten bis zu seltenen Orchideen – und: je älter der Streuobstbestand, desto wertvoller ist seine Leistung für die Artenvielfalt. Bisher ist es uns jedoch nicht gelungen, den Rückgang der Streuobstwiesen zu stoppen. Dieses Buch soll zur Bewusstseinsbildung hinsichtlich des Wertes dieser einzigartigen Lebensräume beitragen“, betont Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes.

Das Buch erschien 2023. Die Erarbeitung wurde im Rahmen der Ländlichen Entwicklung vom Landwirtschaftsministerium und der Europäischen Union finanziert. Partner war der Umweltdachverband. Die BILLA-Stiftung Blühendes Österreich hat 2023-2025 einen Schwerpunkt zu Streuobst laufen. Die Finanzierung des Buchdrucks ist Teil der Kooperation mit der ARGE Streuobst. Streuobstwiesen sind ganz besondere Lebensräume und Naturparadiese aus Menschenhand, die nur weiterbestehen, wenn sie gepflegt und bewirtschaftet werden. Als Streuobstbau definiert die ARGE Streuobst „landschaftsprägenden extensiven Obstbau“, der in vielfältiger Form auftreten kann: Streuobstwiesen, Obstbäume in Weingärten, Obstbäume auf Ackerflächen, markante Einzelbäume und Grenzbäume, Obstbäume am Straßenrand oder Obstalleen. Typisch für den Streuobstbau ist darüber hinaus eine bunte Vielfalt an Bäumen unterschiedlicher Sorte, Art und Geschmack. Streuobstwiesen sind aufwändig in der Pflege und Bewirtschaftung und entsprechend wenig ertragreich für die Landwirt:nnen. Von den ca. 3.000 Obstsorten in Österreich ist mittlerweile eine Vielzahl in ihrem Bestand bedroht – besonders gefährdet sind sogenannte Alte Sorten, die oft nur regional verbreitet sind. Extensive Streuobstwiesen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Österreichs und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Streuobstkulturen sind nicht nur identitätsstiftend und landschaftsprägend, da sie stellvertretend für jahrhundertealte traditionell bewirtschaftete Kulturlandschaften stehen, sondern sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz – hat doch der Streuobstbau durch extensive Bewirtschaftung und lokal-regionale Verarbeitung einen sehr niedrigen CO2-Fußabdruck.

Standardwerk „Streuobst in Österreich“ in gedruckter Form erhältlich