Umweltdachverband: Stellungnahme zum Ausweisungsvorschlag für das Natura 2000-Gebiet Isel
Der Fluß Isel in Osttirol wurde als Natura 2000-Gebiet nominiert, der Umweltdachverband, das Kuratorium Wald, der Landschaftsschutzverein Osttirol und der Alpenverein haben sich viele Jahre lang um die Nominierung dieses letzten frei fließenden, ökologisch funktionsfähigen Gletscherflusses der Ost-Alpen bemüht.
Der Umweltdachverband kritisiert allerdings, dass der Ausweisungsvorschlag „eklatante Lücken“ enthält. „Der aktuelle Ausweisungsvorschlag des Landes Tirol nimmt justament Teile jener Fließgewässer vom Natura 2000-Schutz aus, an denen Wasserkraftanlagen geplant sind“, sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. „Wir haben die Situation eingehend analysiert und diesen Missstand in einer offiziellen Stellungnahme der Kommission gemeldet.“
Konkret betroffen sind der Tauernbach, der überhaupt nicht, sowie Kalserbach und Schwarzach, die nur mit sehr kurzen Abschnitten Teil des zukünftigen Schutzgebiets werden sollen. Doch auch diese Teile der Isel-Zubringer beherbergen Kernhabitate der Ufer-Tamariske, Myricaria germanica, und müssen daher ebenfalls nominiert werden, argumentiert der Umweltdachverband. „Denn der Erhaltungszustand dieses FFH-Lebensraumtyps wird im aktuellen Artikel 17-Bericht als „ungünstig-schlecht“ eingestuft. Die Bestände der Ufer-Tamariske und ihres entsprechenden FFH-Lebensraumtyps 3230 im Gletscherflusssystem der Isel und ihrer Zubringer stellen zusammen mit den Vorkommen an Lech und Tagliamento die zentralen Elemente eines kohärenten Natura 2000-Schutzgebietsystems in Bezug auf alpine Flüsse in den Ostalpen dar.“
Mit seiner Stellungnahme an die EU-Kommission fordert der Umweltdachverband vom Land Tirol, sich „endlich uneingeschränkt zu seinen Natura 2000-Verpflichtungen zu bekennen und mit einer kohärenten Ausweisung den Ansprüchen an ein funktionierendes Schutzgebietsnetzwerk gerecht zu werden“.
Umweltdachverband Pressemitteilung
Stellungnahme Natura 2000 Isel Zubringer